Corona-Virus und Gesundheitswesen in Bolivien

Gesundheitswesen in Bolivien

Das Gesundheitswesen in Bolivien ist im weltweiten Vergleich leicht unterdurchschnittlich entwickelt.

Die wohl wichtigste Kennzahl, mit der sich die Effizienz aller Maßnahmen zusammenfassen lässt, ist die allgemeine Lebenserwartung. Also das theoretische Alter, das ein heute Neugeborenes potenziell erreichen wird. Im Moment liegt dieses Alter in Bolivien für Männer bei 68,2 und für Frauen bei 73,9 Jahren. Zum Vergleich: Weltweit liegt die Lebenserwartung etwa 1,4 Jahre niedriger (Männer: 70,2 / Frauen: 74,7 Jahre).

Insgesamt wird pro Jahr und Einwohner die Summe von 190,28 Euro ausgegeben. Dies entspricht circa 6,9% des Bruttoinlandsproduktes. International liegt dieser Betrag bei durchschnittlich 190,28 Euro (~ 10,0% des jeweiligen BIP).


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Verbreitung des Corona-Virus

Ausbreitung des Corona-Virus in Bolivien

Von der Corona-Pandemie und der Ausbreitung des Sars-Covid-19 Virus sind auch die Einwohner in Bolivien betroffen. Bis zum 1. April 2020 wurden im Land 123 Infizierte und 8 Todesfälle gemeldet. Die ersten bestätigten Infektionen wurden am 11. März 2020 gemeldet, wobei dieses Datum sich auf die offizielle Meldung bezieht. Für das Bemerken der eigenen Infektion, den Termin beim Arzt, den Labortest und vor allem den Zeitraum von der Infektion bis zum Auftreten der ersten Symptome kalkuliert man zusätzliche 10-14 Tage ein. Den bisherigen Höhepunkt erreichte das Land am 26. März mit 22 neuen Infizierten.

Die insgesamt 123 infizierten Menschen entsprechen einem Bevölkerungsanteil von 0,0011% der Gesamtbevölkerung des Landes.

Infizierte des Covid19-Virus in Bolivien
Tote durch das Covid19-Virus in Bolivien

Der erste Graph zeigt die Anzahl der gemeldeten Infizierten. Der zweite Graph darunter die eingetretenen Todesfälle.

Sterblichkeitsrate der Infizierten
Aus den bislang infizierten und verstorbenen Menschen ergibt sich in Bolivien eine Sterblichkeit von 6,5%. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass der Tod erst durchschnittliche 19 Tage nach Auftreten der ersten Symptome eintritt. Nach dem Zeitpunkt der eigentlichen Infektion folgen also mehrere Tage bis eine betroffene Person einen ärztlichen Test durchführen lässt und dessen Ergebnis vorliegt. Um die Sterblichkeit nun genauer zu beziffern, müsste man somit die bis heute eingetretenen Todesfälle mit den gemeldeten 28 Infizierten bis vor 10 Tage in Relation setzen. Damit ergibt sich in Bolivien eine neue Sterblichkeitsrate von 28,6%.

Aufgrund der aktuellen Corona-Pandemie aktualisieren wir die weltweiten Fallzahlen täglich. Eine Liste aller Infizierten und Toten nach Land ist auf unserer Themenseite zum Corona-Virus ersichtlich.

Gewicht und Größe

MännerFrauen
Körpergröße167 cm153 cm
BMI25,327,7
Gewicht70,6 kg64,8 kg

Krankheiten

BolivienØ weltweit
Diabetes *6,80%8,81%
Tuberkulose0,11%0,13%
Malaria0,1%5,9%
HIV / Aids0,02%0,04%

* Die Anzahl der Diabetes-Erkrankten bezieht nur auf Einwohner im Alter von 20 bis 79 Jahren.


Kinderimpfungen

BolivienØ weltweit
Masern89,0%86,0%
Hepatitis B0,08%0,08%
Tetanus8,7%0,0%
DTP *8,30%8,59%

* DTP ist eine dreimalige kombinierte Grundimpfung gegen Diphterie, Pertussis (Keuchhusten) und Tetanus, die Kinder bis zum Alter von 23 Monaten erhalten sollten.

Medizinische Versorgung

Die medizinische Versorgung durch Ärzte und Krankenhäuser in Bolivien ist im Vergleich zur Weltbevölkerung unterdurchschnittlich. Pro 1000 Einwohner stehen im Land 1,1 Krankenhausbetten zur Verfügung. Der weltweite Mittelwert liegt hier bei 2,7 Betten und innerhalb der EU stehen sogar 5,6 Betten für jeweils 1000 Einwohner zur Verfügung.

Mit rund 18.300 ausgebildeten Ärzten in Bolivien stehen pro 1000 Einwohner rund 1,61 Ärzte zur Verfügung. Auch hier wieder der Vergleich: Weltweit liegt dieser Standard bei 1,50 Ärzten pro 1000 Einwohnern und in der EU sogar bei 1,61.

Durch den niedrigen Versorgungsstand kann die Sterblichkeit wesentlicher, bekannter Krankheiten nur in vergleichsweise wenigen Fällen reduziert werden. Nach aktuellem Stand sterben immer noch etwa 17 Prozent aller Menschen, die an Krebs, Diabetes, Herzkreislauferkrankungen oder der Chylomikronen-Retentions-Krankheit (CRD) leiden.

Datenbasis

Die obigen Daten entsprechen den Informationen der Weltgesundheitsorganisation, der Global Health Workforce Statistics, UNICEF, State of the World's Children, Childinfo, Global Health Observatory Data Repository und der OECD.