Corona-Virus und Gesundheitswesen in Estland

Gesundheitswesen in Estland

Die Effizienz des Gesundheitswesens in Estland ist im weltweiten Vergleich eher überdurchschnittlich.

Die wohl wichtigste Kennzahl, mit der sich die Effizienz aller Maßnahmen zusammenfassen lässt, ist die allgemeine Lebenserwartung. Also das theoretische Alter, das ein heute Neugeborenes potenziell erreichen wird. Im Moment liegt dieses Alter in Estland für Männer bei 73,3 und für Frauen bei 82,2 Jahren. Zum Vergleich: Weltweit liegt die Lebenserwartung etwa 5,3 Jahre niedriger (Männer: 70,2 / Frauen: 74,7 Jahre).

Insgesamt wird pro Jahr und Einwohner die Summe von 1.058,81 Euro ausgegeben. Dies entspricht circa 6,7% des Bruttoinlandsproduktes. International liegt dieser Betrag bei durchschnittlich 1.058,81 Euro (~ 10,0% des jeweiligen BIP).


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Verbreitung des Corona-Virus

Ausbreitung des Corona-Virus in Estland

Von der Corona-Pandemie und der Ausbreitung des Sars-Covid-19 Virus sind auch die Einwohner in Estland betroffen. Bis zum 7. April 2020 wurden im Land 1.149 Infizierte und 21 Todesfälle gemeldet. Die ersten bestätigten Infektionen wurden am 27. Februar 2020 gemeldet, wobei dieses Datum sich auf die offizielle Meldung bezieht. Für das Bemerken der eigenen Infektion, den Termin beim Arzt, den Labortest und vor allem den Zeitraum von der Infektion bis zum Auftreten der ersten Symptome kalkuliert man zusätzliche 10-14 Tage ein. Den bisherigen Höhepunkt erreichte das Land am 26. März mit 134 neuen Infizierten.

Die insgesamt 1.149 infizierten Menschen entsprechen einem Bevölkerungsanteil von 0,087% der Gesamtbevölkerung des Landes.

Infizierte des Covid19-Virus in Estland
Tote durch das Covid19-Virus in Estland

Der erste Graph zeigt die Anzahl der gemeldeten Infizierten. Der zweite Graph darunter die eingetretenen Todesfälle.

Sterblichkeitsrate der Infizierten
Aus den bislang infizierten und verstorbenen Menschen ergibt sich in Estland eine Sterblichkeit von 1,8%. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass der Tod erst durchschnittliche 19 Tage nach Auftreten der ersten Symptome eintritt. Nach dem Zeitpunkt der eigentlichen Infektion folgen also mehrere Tage bis eine betroffene Person einen ärztlichen Test durchführen lässt und dessen Ergebnis vorliegt. Um die Sterblichkeit nun genauer zu beziffern, müsste man somit die bis heute eingetretenen Todesfälle mit den gemeldeten 640 Infizierten bis vor 10 Tage in Relation setzen. Damit ergibt sich in Estland eine neue Sterblichkeitsrate von 3,3%.

Aufgrund der aktuellen Corona-Pandemie aktualisieren wir die weltweiten Fallzahlen täglich. Eine Liste aller Infizierten und Toten nach Land ist auf unserer Themenseite zum Corona-Virus ersichtlich.

Gewicht und Größe

MännerFrauen
Körpergröße181 cm168 cm
BMI27,026,0
Gewicht88,5 kg73,4 kg

Krankheiten

EstlandØ weltweit
Diabetes *4,20%8,81%
Tuberkulose0,01%0,13%
HIV / Aids0,05%0,04%

* Die Anzahl der Diabetes-Erkrankten bezieht nur auf Einwohner im Alter von 20 bis 79 Jahren.


Kinderimpfungen

EstlandØ weltweit
Masern87,0%86,0%
Hepatitis B0,09%0,08%
DTP *9,20%8,59%

* DTP ist eine dreimalige kombinierte Grundimpfung gegen Diphterie, Pertussis (Keuchhusten) und Tetanus, die Kinder bis zum Alter von 23 Monaten erhalten sollten.
In Estland sind noch 31,3% aller über 15-Jährigen Raucher.
5 Prozent der Neugeboren sind untergewichtig.

Medizinische Versorgung

Die medizinische Versorgung durch Ärzte und Krankenhäuser in Estland ist überdurchschnittlich gut, erreicht jedoch nicht den Durchschnitt, der beispielsweise innerhalb der EU erreicht wird. Pro 1000 Einwohner stehen im Land 5,0 Krankenhausbetten zur Verfügung. Der weltweite Mittelwert liegt hier bei 2,7 Betten und innerhalb der EU stehen sogar 5,6 Betten für jeweils 1000 Einwohner zur Verfügung.

Mit rund 4.580 ausgebildeten Ärzten in Estland stehen pro 1000 Einwohner rund 3,47 Ärzte zur Verfügung. Auch hier wieder der Vergleich: Weltweit liegt dieser Standard bei 1,50 Ärzten pro 1000 Einwohnern und in der EU sogar bei 3,47.

Durch den niedrigen Versorgungsstand kann die Sterblichkeit wesentlicher, bekannter Krankheiten nur in vergleichsweise wenigen Fällen reduziert werden. Nach aktuellem Stand sterben immer noch etwa 17 Prozent aller Menschen, die an Krebs, Diabetes, Herzkreislauferkrankungen oder der Chylomikronen-Retentions-Krankheit (CRD) leiden.

Versorgung mit Trinkwasser

Etwa 93 Prozent der Bevölkerung haben Zugang zu einem unmittelbar vorhandenem, fließendem Trinkwasseranschluss. Zumindest über Quellen und Brunnen in einer Entfernung von maximal 30 Minuten oder angeliefertes Wasser erreichen 100% der Bevölkerung eine Versorgnung mit weitestgehend sauberem Trinkwasser. Die Bevölkerung ist damit überdurchschnittlich gut versorgt. Im weltweiten Vergleich haben nur etwa 71% der Bevölkerung einen unmittelbaren Zugang zu geprüftem und immer verfügbaren Trinkwasser. Innerhalb der Europäischen Union liegt dieser Anteil bei 98%. Nur in wenigen Ländern fällt der Anteil auf unter 10%.



Datenbasis

Die obigen Daten entsprechen den Informationen der Weltgesundheitsorganisation, der Global Health Workforce Statistics, UNICEF, State of the World's Children, Childinfo, Global Health Observatory Data Repository und der OECD.