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Das Klima in Russland

vgwortDurchschnittliche Tages- und Nachttemperaturen


Alle Klimadiagramme dieser Seite ergeben sich aus den gesammelten Daten von 318 Messstationen in Russland.
Wetterstationen in einer Höhe über 1760m wurden nicht mehr berücksichtigt.
Alle Daten entsprechen den durchschnittlichen Monatswerten der letzten 20 Jahre.


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Klimazonen Russlands

Die nördlich gelegenen Landesteile mit Murmansk und Sibirien liegen in der kalten Polarzone des arktischen Eismeeres. Weiter südlich liegen Großteile des Landes in der gemäßigten Klimazone und die südlichsten Regionen am Schwarzen Meer gehören zu den Subtropen. Weit im Osten in der Nähe zu Japan herrscht Monsunklima. Mit einer Fläche von über 17 Millionen km² hat Russland somit kein einheitliches Klima.

Die Temperaturen innerhalb des lang gestreckten Landes unterliegen extremen Schwankungen. Während es im östlichen Sibirien nachts bis zu -60°C kalt werden kann, herrschen in den Steppenregionen des Zentrallandes oftmals 35 Grad und mehr. Die Niederschläge fallen insgesamt geringer aus. Die Winde sind in Großteilen des Russlands sehr trocken und auch die Luftfeuchtigkeit ist bei zunehmender Kälte geringer.

Darum ist es in Russland so kalt

Die meisten Städte Russlands liegen westlich des Ural-Gebirges und unterhalb des Polarkreises in gemäßigteren Klimazonen. Über 80% der Landesbevölkerung lebt hier. Zwar wird es im Sommer auch in Moskau bis zu 27 Grad warm, die Winter sind jedoch streng. Dass es selbst in dieser Region vergleichsweise kalt ist, liegt an der Topografie des Landes. An den Nordküsten gibt es keine Berge und so können arktische Winde bis tief in das Landesinnere vordringen. Der Ural verläuft nahezu auf einer Nord-Süd-Achse zwischen dem 62. und dem 66. Längengrad und bietet vor den kalten Luftmassen der Arktis keinen Schutz. Selbst in den weiter östlich und südlich gelegenen Regionen bei Irkutsk nahe der Mongolei herrscht noch ein subarktisches Klima mit bis zu -30 Grad in den Wintermonaten. Dabei liegt die Stadt auf dem 52. Längengrad ungefähr auf gleicher Höhe wie Berlin.

Jakutsk: Kälteste Stadt der Welt

Die kälteste Großstadt der Welt ist übrigens Jakutsk in der fernöstlichen Teilrepublik Sacha etwa 4900 km von Moskau entfernt. Während es doch im Sommer bis zu 30 Grad warm werden kann, sinken die Temperaturen im Winter regelmäßig auf Werte unter -45 Grad. Bei derartigen Witterungsverhältnissen springt kein Auto mehr an und selbst die Versorgung mit Trinkwasser ist problematisch. Der Winter dauert hier im Schnitt 8 Monate.

Tageslängen und Sonnenstände in Russland

Sonnenstunden/TagSonnenstunden pro Tag in Russland
Regentage/MonatRegentage pro Monat in Russland
Niederschlagsmengen in mm/TagNiederschlag in Russland
WassertemperaturWassertemperaturen in Russland
Relative Luftfeuchtigkeit in %Relative Luftfeuchtigkeit in Russland
Absolute Luftfeuchte in g/m³ (angenähert)Absolute Luftfeuchtigkeit in Russland

Temperaturrekorde der letzten 200 Jahre

Die heißeste seit 1820 bis Oktober 2020 gemessene Temperatur wurde von der Wetterstation Erzin gemeldet. Im Juli 2007 wurde hier die Rekordtemperatur von 45,3 °C gemeldet. Den heißesten Sommer von Juli bis September, bezogen auf alle 309 Wetterstationen in Russland unter 1760 Höhenmetern, verzeichnete man im Jahr 1938 bei durchschnittlichen 20,0 °C. Diese Durchschnittstemperatur wird im Regelfall alle 4 bis 6 Stunden erhoben werden, bezieht also auch die Nächte mit ein. Im Normalfall liegt dieser Wert bei 12,6 Grad Celsius.

Den kältesten Tag in diesen 200 Jahren vermeldete die Wetterstation Ojmjakon. Hier fiel die Temperatur im Februar 2002 auf -68,7 °C. Ojmjakon liegt dabei auf einer Höhe von 740 Metern über dem Meeresspiegel. Den kältesten Winter (Januar bis März) gab es im Jahr 1969 bei nur durchschnittlichen -22,6 °C. Üblich sind in Russland etwa 6,0 Grad mehr bei -16,6 °C für diesen Dreimonatszeitraum.


Langzeitentwicklung der Temperaturen von 1975 - 2019

Anders als bei einzelnen Rekordwerten kann man eine Langzeitentwicklung nicht einfach über alle Wetterstationen des Landes herbeiführen. Sowohl die Anzahl als auch die Standorte ändern sich ständig. Ein simpel errechneter Durchschnittswert würde ein verfälschtes Ergebnis ergeben. Kommen in einem Jahr mehrere Messstationen in besonders kalten Berg- oder Küstenregionen hinzu, würde der Durchschnitt allein hierdurch bereits sinken. Fällt eine Station über die Sommer- oder Wintermonate aus, liefert sie keine Werte und verfälscht den Schnitt erneut. Die nachfolgende Langzeitentwicklung wurde daher auf nur 3 Messpunkte reduziert, um über einen möglichst langen Zeitraum tatsächlich vergleichbare Daten zu haben.

In den Jahren 1975 bis 2019 gab es im ganzen Land nur diese 3 Wetterstationen, die durchgehend Temperaturwerte gemeldet haben (Arhangelsk, Jakutsk, Juzhno Sahalinsk). Aus diesen Wetterberichten haben wir eine Langzeitentwicklung erstellt, die die monatlichen Durchschnittstemperaturen darstellt. Der heißeste Monat in diesem gesamten Zeitraum war der 2011 mit 19,6 °C. Der 1985 war mit durchschnittlichen -28,6 °C der kälteste Monat.

Die Jahresdurchschnittstemperatur lag in den Jahren nach 1975 bei ungefähr -2,4 °C und in den letzten Jahren vor 2019 bei rund -0,3 °C. Sie hat sich also in weniger als 45 Jahren um ungefähr 2,1 °C erhöht. Diese Tendenz gilt allerdings nur für die ausgewählten 3 Wetterstationen in Russland. Eine erheblich umfangreicher angelegte Auswertung des globalen Temperaturanstiegs haben wir separat zur Verfügung gestellt.

Langzeitentwicklung der Temperaturen in Russland


Detailliertere Informationen zur globalen Erderwärmung mit einer Betrachtung nach Kontinenten finden Sie auch auf unserer Themenseite zum Klimawandel. Datenbasis: Deutscher Wetterdienst, Einzelwerte gemittelt und um eigene Elemente ergänzt.