Corona-Virus und Gesundheitswesen in Russland

Gesundheitswesen in Russland

Das Gesundheitswesen in Russland ist im weltweiten Vergleich leicht überdurchschnittlich entwickelt.

Die wohl wichtigste Kennzahl, mit der sich die Effizienz aller Maßnahmen zusammenfassen lässt, ist die allgemeine Lebenserwartung. Also das theoretische Alter, das ein heute Neugeborenes potenziell erreichen wird. Im Moment liegt dieses Alter in Russland für Männer bei 67,8 und für Frauen bei 77,8 Jahren. Zum Vergleich: Weltweit liegt die Lebenserwartung etwa 0,1 Jahre niedriger (Männer: 70,4 / Frauen: 74,9 Jahre).

Insgesamt wird pro Jahr und Einwohner die Summe von 523,33 Euro ausgegeben. Dies entspricht circa 5,3% des Bruttoinlandsproduktes. International liegt dieser Betrag bei durchschnittlich 523,33 Euro (~ 9,9% des jeweiligen BIP).


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Verbreitung des Corona-Virus

Ausbreitung des Corona-Virus in Russland

Aktuell: 11,5 Neuinfektionen pro Tag je 100.000 Einwohner
Von der Corona-Pandemie und der Ausbreitung des Sars-Covid-19 Virus sind auch die Einwohner in Russland betroffen. Bis zum 20. Oktober 2020 wurden im Land 1.415.316 Infizierte und 24.366 Todesfälle gemeldet. Die ersten bestätigten Infektionen wurden am 1. Februar 2020 gemeldet, wobei dieses Datum sich auf die offizielle Meldung bezieht. Für das Bemerken der eigenen Infektion, den Termin beim Arzt, den Labortest und vor allem den Zeitraum von der Infektion bis zum Auftreten der ersten Symptome kalkuliert man zusätzliche 10-14 Tage ein. Den bisherigen Höhepunkt erreichte das Land am 20. Oktober mit 15982 neuen Infizierten.

Die insgesamt 1.415.316 infizierten Menschen entsprechen einem Bevölkerungsanteil von 0,98% der Gesamtbevölkerung des Landes. Die durchschnittliche Anzahl der täglichen Neuinfektionen lag im Verlauf der letzten Woche bei 16.657 und somit bei 11,5 Fällen pro 100.000 Einwohnern.

Infizierte des Covid19-Virus in Russland
Tote durch das Covid19-Virus in Russland

Der erste Graph zeigt die Anzahl der gemeldeten Infizierten. Der zweite Graph darunter die eingetretenen Todesfälle.

Sterblichkeitsrate der Infizierten

Aus den bislang infizierten und verstorbenen Menschen ergibt sich in Russland eine Sterblichkeit von 1,7%. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass der Tod erst durchschnittliche 19 Tage nach Auftreten der ersten Symptome eintritt. Nach dem Zeitpunkt der eigentlichen Infektion folgen also mehrere Tage bis eine betroffene Person einen ärztlichen Test durchführen lässt und dessen Ergebnis vorliegt. Um die Sterblichkeit nun genauer zu beziffern, müsste man somit die bis heute eingetretenen Todesfälle mit den gemeldeten 1.260.112 Infizierten bis vor 10 Tagen in Relation setzen. Damit ergibt sich in Russland eine neue Sterblichkeitsrate von 1,9%.

Aufgrund der aktuellen Corona-Pandemie aktualisieren wir die weltweiten Fallzahlen täglich. Eine Liste aller Infizierten und Toten nach Land ist auf unserer Themenseite zum Corona-Virus ersichtlich.

Entwicklung der letzten Tage

DatumInfizierte Tote 
20. Okt15.982+1,1%179+0,7%
19. Okt15.099+1,1%185+0,8%
18. Okt14.922+1,1%279+1,2%
17. Okt15.150+1,1%232+1,0%
16. Okt13.754+1,0%286+1,2%
15. Okt14.231+1,1%239+1,0%
14. Okt13.868+1,1%244+1,1%
13. Okt13.592+1,0%125+0,6%
12. Okt13.634+1,1%143+0,6%
11. Okt12.846+1,0%197+0,9%

Gewicht und Größe

MännerFrauen
Körpergröße176 cm165 cm
BMI25,926,7
Gewicht80,2 kg72,7 kg

Krankheiten

RusslandØ weltweit
Diabetes *6,10%8,81%
Tuberkulose0,05%0,13%

* Die Anzahl der Diabetes-Erkrankten bezieht sich nur auf Einwohner im Alter von 20 bis 79 Jahren.


Kinderimpfungen

RusslandØ weltweit
Masern98,0%85,7%
Hepatitis B0,10%0,09%
DTP *9,70%8,57%

* DTP ist eine dreimalige kombinierte Grundimpfung gegen Diphterie, Pertussis (Keuchhusten) und Tetanus, die Kinder bis zum Alter von 23 Monaten erhalten sollten.
In Russland sind noch 39,3% aller über 15-Jährigen Raucher.
6 Prozent der Neugeboren sind untergewichtig.

Medizinische Versorgung

Die medizinische Versorgung durch Ärzte und Krankenhäuser in Russland ist überdurchschnittlich gut und übersteigt zudem den Durchschnitt, der in den EU-Staaten erreicht wird. Pro 1000 Einwohner stehen im Land 8,2 Krankenhausbetten zur Verfügung. Der weltweite Mittelwert liegt hier bei 2,7 Betten. Innerhalb der EU stehen 5,6 Betten für jeweils 1000 Einwohner zur Verfügung.

Mit rund 580.000 ausgebildeten Ärzten in Russland stehen pro 1000 Einwohner rund 4,01 Ärzte zur Verfügung. Auch hier wieder der Vergleich: Weltweit liegt dieser Standard bei 1,50 Ärzten pro 1000 Einwohnern und in der EU sogar bei 3,57.

Durch die medizinische Versorgung kann die Sterblichkeit wesentlicher, bekannter Krankheiten weitestgehend reduziert werden. So sterben nach aktuellem Stand nur etwa 25 Prozent aller Menschen, die an Krebs, Diabetes, Herzkreislauferkrankungen oder der Chylomikronen-Retentions-Krankheit (CRD) leiden.

Versorgung mit Trinkwasser

Der Graph zeigt die Entwicklung der Trinkwasserversorgung in Russland. Grün dargestellt ist die direkte und permanente Versorgung mit geprüftem Trinkwasser. Die rote Linie zeigt an, welcher Bevölkerungsanteil mit zusätzlichen Maßnahmen versorgt wird. In diesem Fall werden alle Ursprünge wie geprüfte Quellen oder geliefertes Wasser mit einbezogen.

Trinkwasserversorgung in Russland

Nur rund 76 Prozent der Bevölkerung haben Zugang zu einem unmittelbar vorhandenen fließendem Trinkwasseranschluss. Zumindest über Quellen und Brunnen in einer Entfernung von maximal 30 Minuten oder angeliefertes Wasser erreichen 97% der Bevölkerung eine Versorgung mit weitestgehend sauberem Trinkwasser. Im weltweiten Vergleich haben nur etwa 71% der Bevölkerung einen unmittelbaren Zugang zu geprüftem und immer verfügbaren Trinkwasser. Innerhalb der Europäischen Union liegt dieser Anteil bei 97%. Nur in wenigen Ländern fällt der Anteil auf unter 10%.



Datenbasis

Die obigen Daten entsprechen den Informationen der Weltgesundheitsorganisation, der Global Health Workforce Statistics, UNICEF, State of the World's Children, Childinfo, Global Health Observatory Data Repository und der OECD. Die täglichen Fallzahlen zur Verbreitung des Corona-Virus stammen vom European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC)