
Energiehaushalt in Schweden
Die wesentlichste Kennzahl im Energiehaushalt von Schweden ist der Gesamtverbrauch von133,50 Milliarden kWh
elektrischer Energie pro Jahr. Pro Einwohner ist dies also ein Verbrauch von rund 12.894 kWh.Schweden könnte sich vollständig selbst mit Energie versorgen. Die Gesamtproduktion aller Anlagen zur Elektrizitätsgewinnung liegt bei 153 Mrd kWh, also 115% des Eigenbedarfs. Dennoch handelt Schweden seinen Strom mit anderen Ländern. Neben dem reinen Verbrauch spielen aber auch die Produktion, Import und Export eine Rolle. Auch weitere Energieträger wie Erdgas oder Rohöl werden verwendet.
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Energiebilanz
| Elektrizität | Gesamt | Schweden pro Einwohner | Europa pro Einwohner |
|---|---|---|---|
| Eigenverbrauch | 133,50 Mrd kWh | 12.894,26 kWh | 5.508,47 kWh |
| Produktion | 152,90 Mrd kWh | 14.768,04 kWh | 5.922,49 kWh |
| Import | 14,29 Mrd kWh | 1.380,22 kWh | 729,59 kWh |
| Export | 26,02 Mrd kWh | 2.513,17 kWh | 707,52 kWh |
100,0% der Landesbevölkerung (Stand 2019) haben Zugang zu Elektrizität. | |||
Abgesagter Atomausstieg
Bereits 1980 und damit deutlich früher als andere Länder hat Schweden per Volksentscheid den Atomausstieg bis zum Jahr 2010 beschlossen. In den nachfolgenden 25 Jahren wurden allerdings lediglich 2 Atomkraftwerke tatsächlich abgeschaltet. Weitere 10 blieben zunächst am Netz und auch der Beschluss wurde nach Nichterreichen im Jahr 2010 wieder aufgegeben.CO2-neutral bis 2045
Trotzdem gilt Schweden gerade für seine Bemühungen und Umsetzungen der nachfolgenden Jahre als Paradebeispiel beim Abbau von CO2-Emissionen. Bis zum Jahr 2045 will man CO2-neutral sein. Anders, als andere Länder sind es aber nicht nur die Pläne, die Aufsehen erregen. Auch die Umsetzungen sehen bislang vielversprechend aus.Seit 1991, also genau 30 Jahre vor Deutschland gibt es in Schweden eine CO2-Steuer auf fossile Brenn- und Treibstoffe. Sie stieg von anfangs rund 30 Euro auf mittlerweile über 100 Euro pro Tonne. Um international wettbewerbsfähig zu bleiben, erließ man vielen Firmen zunächst einen Teil dieser Steuern, erhöhte sie aber im Laufe der Zeit. Der Plan ging auf: Nach anfänglichen Problemen mit einem spürbaren Anstieg der Teuerungsrate, wuchs die Wirtschaft wieder konstant. Die CO2-Emissionen sanken bis heute um knapp 25%.
| CO2-Ausstoß in 2018 | Schweden pro Einwohner | Europa pro Einwohner | |
|---|---|---|---|
| Gesamt | 36,00 Mio t | 3,54 t | 0,60 t |
Entwicklung der CO2-Emissionen von 1960 bis 2018 in Millionen Tonnen
Siehe auch: CO2-Aquivalente nach Ländern

Produktionskapazitäten nach Energiequellen
Die hier aufgeführten Produktionskapazitäten für elektrische Energie sind theoretische Werte, die nur unter Idealbedingungen erreicht werden könnten. Sie geben die generierbare Energiemenge an, die bei permanenter Vollauslastung aller Energieerzeuger erreicht werden würde.In der Praxis ist dies jedoch nicht möglich, da z.B. Solaranlagen unter Wolken kaum Strom erzeugen. Auch laufen Wind- und Wasserkraftanlagen nicht dauerhaft unter Volllast. Diese Angaben sind also nur im Vergleich zu anderen Energiequellen und Ländern hilfreich.
| Energiequelle | Gesamt in Schweden | Anteil in Schweden | Anteil Europa | pro Einwohner in Schweden | pro Einwohner Europa |
|---|---|---|---|---|---|
| Fossile Energieträger | 17,65 Mrd kWh | 5,0 % | 49,2 % | 1.704,46 kWh | 8.111,57 kWh |
| Atomkraft | 77,65 Mrd kWh | 22,0 % | 7,0 % | 7.499,62 kWh | 1.153,75 kWh |
| Wasserkraft | 148,23 Mrd kWh | 42,0 % | 24,1 % | 14.317,46 kWh | 3.975,34 kWh |
| Erneuerbare Energien | 112,94 Mrd kWh | 32,0 % | 19,7 % | 10.908,54 kWh | 3.272,88 kWh |
| Gesamte Produktionskapazität | 352,94 Mrd kWh | - | 100,0 % | 34.089,19 kWh | 16.482,15 kWh |
| Tatsächliche Gesamtproduktion | 152,90 Mrd kWh | 43,3 % | 35,9 % | 14.768,04 kWh | 5.922,49 kWh |
Hinweis: Die Summe der einzelnen Angaben in dieser Tabelle entspricht 101,00 Prozent und kann damit nicht korrekt sein. Länderdaten.info erhält diese Daten vom US Office of Public Affairs (CIA) und wird daran jedoch keine eigenmächtigen Änderungen vornehmen.
E-Mobilität dank Atomkraft
Die einstigen Pläne zum Atomausstieg werden seit Jahren nicht mehr verfolgt. Auf dem Weg zur CO2-Neutralität benötigt das Land andere Energiequellen. Wasserkraft ist dabei der mit Abstand größte Energielieferant, jedoch fehlt auf lange Sicht die Möglichkeit der Kapazitätssteigerung. Auf Solarenergie kann man im hohen Norden nicht bauen, im Winter scheint die Sonne nicht lang genug, um ein rentables Betreiben zu ermöglichen. Die Errichtung von Windkraftanlagen schreitet vor allem im Norden des Landes massiv voran. Investoren werden mit erheblichen Fördermitteln angezogen. Auf nukleare Energie will und kann man jedoch noch nicht verzichten, denn der Energiebedarf ist insbesondere im Transportwesen enorm. Atomkraft ist keine erneuerbare Energie, setzt aber erheblich weniger Emissionen frei, als fossile Brennstoffe. Zudem ist der Mix aus Atom- und Wasserkraft günstig, was Privathaushalte und Wirtschaft gleichermaßen erfreut.So liegt Schweden auf bei den Zulassungen von E-Autos weit vorne. In den letzten Jahren war jedes zweite bis dritte Neufahrzeug elektrisch betrieben oder zumindest ein teil-elektrischer Hybrid. Staatliche Förderungen wie das Bonus-Malus-System und auch die hohen Benzinpreise machen herkömmliche fossile Antriebe zunehmend uninteressant.
Anteil Erneuerbarer Energien
Unter den Erneuerbaren Energien werden die Energiequellen Wind- und Sonnenenergie, Biomasse und auch Erdwärme zusammengefasst. Also alle Energieträger, die sich innerhalb kurzer Zeit selbst erneuern oder permanent zur Verfügung stehen. Energie aus Wasserkraft ist nur zu Teilen eine Erneuerbare Energie. Bei Strömungs- oder Gezeitenkraftwerken ist dies durchaus der Fall. Zahlreiche Staudämme oder Talsperren produzieren jedoch auch Mischformen, indem sie z.B. nachts Wasser in ihre Speicher pumpen und hieraus tagsüber bei erhöhtem Strombedarf wieder Energie gewinnen. Da sich die Menge der gewonnenen Energie nicht eindeutig erfassen lässt, werden alle Energien aus Wasserkraft getrennt ausgegeben.Im Jahr 2018 betrug der Anteil der Erneuerbaren Energien am tatsächlichen Gesamtverbrauch in Schweden rund 52,5 Prozent. Im folgenden Chart wird der prozentuale Anteil von 1990 bis 2018 dargestellt:

Methan- und CO2-Ausstoß nach Ländern
Globale Erwärmung nach Kontinenten
Länder, in denen Chinesisch gesprochen wird