Bevölkerungswachstum

Bevölkerungswachstum nach Ländern

Das globale Bevölkerungswachstum ist das Ergebnis aus Geburtsrate und Sterberate. Die Weltbevölkerung steigt stetig an, Im Jahr 2018 erreichte sie mit einer Wachstumsrate von 1,1% eine Gesamtbevölkerung von 7,594 Milliarden Menschen auf unserem Planeten.

Deutschland liegt hierbei im letzten Jahrzehnt mit einer Wachstumsrate von weniger als 0,05% recht weit am hinteren Ende des weltweiten Vergleichs. Den letzten großen Schub gab es hierzulande in den 60er und 90er Jahren.

Die Staaten Katar und die Vereinigen Arabischen Emirate (beide Vorder-Asien) liegen dagegen in den vergangenen Jahrzehnten mit Abstand an der Spitze. Hier wurden Zuwachsraten von teils über 15% pro Jahr erreicht.

Bevölkerungswachstum 1979 - 1988

+13% und mehr
-1% und weniger


Weitere Zeitäume:1960 - 20182009 - 20181999 - 20081989 - 19981979 - 1988

LandØ Wachstum/JahrWachstum 1979-1988
Saint Martin14,04%184,89%
Nördliche Marianen10,17%157,63%
Katar8,75%116,21%
Vereinigte Arabische Emirate6,69%74,62%
Saudi-Arabien5,67%64,92%
Dschibuti5,58%57,40%
Kuwait5,18%57,00%
Oman4,98%53,69%
Äquatorialguinea4,95%63,22%
Turks und Caicosinseln4,64%45,71%
Kaimaninseln4,50%47,03%
Marshallinseln4,49%49,86%
Gambia4,41%41,62%
Jungferninseln (UK)4,25%44,00%
Andorra4,10%44,85%
Malawi4,06%42,16%
Ruanda3,97%42,37%
Iran3,97%42,54%
Simbabwe3,93%37,56%
Kenia3,92%40,23%
Elfenbeinküste3,88%44,35%
Jordanien3,84%41,40%
Bahrain3,70%35,71%
Amerikanisch Samoa3,61%39,25%
Jemen3,60%39,91%
Libyen3,55%36,29%
Papua-Neuguinea3,51%26,49%
Malediven3,49%36,87%
Syrien3,46%35,86%
Sudan3,40%34,75%
Togo3,34%35,37%
Pakistan3,31%34,18%
Sambia3,28%34,34%
Namibia3,26%29,09%
Salomonen3,20%32,37%
Uganda3,19%34,04%
Macau3,16%36,24%
Eswatini3,15%36,15%
Kamerun3,15%32,39%
Tadschikistan3,09%31,80%
Guinea3,08%25,09%
Komoren3,07%30,43%
Honduras3,07%31,13%
Mikronesien3,03%30,44%
Brunei3,03%30,28%
Tansania3,03%31,68%
Ghana3,02%29,08%
Algerien2,99%31,08%
Madagaskar2,90%29,31%
Angola2,85%37,35%
Äthiopien2,77%29,78%
Philippinen2,74%27,59%
Costa Rica2,71%27,27%
Nigeria2,69%26,67%
Demokratische Republik Kongo2,66%26,42%
Malaysia2,64%26,47%
Tschad2,57%26,38%
Ecuador2,57%25,33%
Venezuela2,56%26,59%
Peru2,52%23,61%
Bangladesch2,46%26,64%
Ägypten2,43%26,34%
Laos2,41%25,36%
Südafrika2,41%26,14%
Vietnam2,39%22,65%
Nepal2,38%22,78%
Indien2,33%22,62%
Myanmar2,32%19,73%
Panama2,31%22,64%
Marokko2,28%22,48%
Indonesien2,21%21,50%
Brasilien2,20%21,84%
Türkei2,16%21,07%
Dominikanische Republik2,16%21,01%
Bolivien2,09%20,47%
Kosovo2,06%20,12%
Albanien2,05%20,04%
Mexiko2,04%22,18%
Kambodscha1,97%24,60%
Singapur1,93%19,41%
Thailand1,91%18,30%
Hongkong1,90%14,16%
Israel1,87%17,33%
Kolumbien1,85%20,94%
Mali1,81%17,47%
Sri Lanka1,75%14,13%
Chile1,63%14,15%
Argentinien1,50%15,28%
Nordkorea1,48%14,35%
China1,43%13,69%
Australien1,42%13,91%
Kasachstan1,32%10,67%
Südkorea1,29%11,98%
Mosambik1,27%12,49%
Liechtenstein1,20%10,49%
Monaco1,14%10,74%
Malta1,14%10,85%
Island1,11%10,63%
Kanada1,09%10,70%
Grönland1,08%10,48%
Bosnien und Herzegowina0,96%8,96%
Vereinigte Staaten von Amerika0,94%8,64%
Georgien0,86%8,14%
Bermuda0,85%8,45%
Polen0,79%7,31%
Litauen0,79%7,57%
Slowakei0,71%6,31%
Russland0,69%6,40%
Slowenien0,69%5,98%
Kuba0,69%6,20%
Estland0,68%6,37%
Japan0,65%5,82%
Belarus0,63%5,80%
Griechenland0,63%5,12%
Nordmazedonien0,61%4,88%
Lettland0,61%5,89%
Irland0,57%4,48%
Niederlande0,57%5,14%
Neuseeland0,51%5,61%
Spanien0,50%4,24%
Rumänien0,49%4,38%
Schweiz0,49%4,75%
Frankreich0,48%4,93%
Portugal0,47%3,71%
Kroatien0,43%3,49%
Finnland0,40%3,82%
Ukraine0,40%3,56%
Norwegen0,37%3,36%
Luxemburg0,31%2,92%
Schweden0,19%1,72%
Bulgarien0,19%1,76%
Vereinigtes Königreich0,13%1,21%
Tschechien0,11%0,61%
Italien0,08%0,55%
Belgien0,06%0,54%
Dänemark0,05%0,25%
Österreich0,03%0,48%
Deutschland0,01%0,02%
Ungarn-0,08%-1,01%
Dominica-0,41%-5,00%
St. Kitts und Nevis-0,72%-6,48%
Afghanistan-1,29%-13,37%
Antigua und Barbuda-1,58%-0,29%

vgwort Die Tabelle zeigt das Wachstum bzw. den Bevölkerungsrückgang in 143 Ländern in den Jahren 1979 bis 1988. Das mit Abstand stärkste Wachstum wurde in Saint Martin verzeichnet und lag bei durchschnittlich 14,04% pro Jahr. Dies entspricht einer Verdoppelung der Einwohnerzahl in nicht einmal 6 Jahren. Insgesamt ist auffällig, dass diese extrem hohen Wachstumsraten gehäuft in kleinen Staaten Vorderasiens auftreten und mit einer überdurchschnittlichen Geburtenrate und einer extrem geringen Sterberate einhergehen. Die Erklärung hierfür liegt in dem sehr geringen Anteil älterer Bevölkerungsschichten. Ältere Einwohner ab 55 Jahren sind praktisch kaum existent und der mit Abstand größte Bevölkerungsteil ist zwischen 25 und 54 Jahre alt.

Eine weitere Häufung von Staaten mit erhöhtem Bevölkerungswachstum tritt in Zentral- und Südafrika auf. Hier liegt der Grund in der außergewöhnlich hohen Geburtenrate, die teils über 50‰ beträgt (=50 Geburten pro 1000 Einwohner und Jahr). Weltweit liegt die durchschnittliche Geburtenrate seit der Jahrtausendwende bei etwa 22‰. Zudem ist in den vergangenen 20 Jahren ein spürbarer Rückgang der Sterberate von etwa 20‰ auf rund 10‰ in diesen Ländern zu verzeichnen.

Der umgekehrte Fall wird am anderen Ende der Tabelle deutlich, an dem sich überproportional viele osteuropäische Staaten befinden. Die Sterberate ist in diesem Ländern in den vergangenen Jahrzehnten höher als die Geburtenrate gewesen. Auch spielt in dieser Region die Abwanderung eine größere Rolle, als z.B. in westeuropäischen oder asiatischen Ländern.

Betrachtet man das Bevölkerungswachstum auf lokaler Ebene, also z.B. für einzelne Länder, so kommt hier die Migrationsrate als Faktor für Veränderungen hinzu. Denn durch Ein- und Auswanderung verändert sich die Bevölkerungszahl zusätzlich.

Klicken Sie auf einen der Ländernamen in der Tabelle, um sich weitere Angaben zum jeweiligen Land anzeigen zu lassen.





Bevölkerungswachstum weltweit

In den letzten 2000 Jahren stieg die Bevölkerungszahl fast durchgehend nur langsam und konstant an. Noch vor 350 Jahren gab es lediglich eine halbe Milliarde Menschen auf der Erde. Mit der "Industriellen Revolution" startete gegen Ende des 18. Jahrhunderts jedoch ein unvergleichlicher Anstieg der Bevölkerungszahlen. Durch zahleiche technische und chemische Entwicklungen wie z.B. Medizin oder Düngemittel sank die Sterberate drastisch. Gleichzeitig gab es in weiten Teilen der Bevölkerung eine verbesserte Versorgung mit Nahrungsmitteln, die auch die Zukunft des Nachwuchses sicherte und damit zu einer erhöhten Geburtenrate führte. Das Bevölkerungswachstum stieg von zuvor 0,3% sprunghaft auf bis zu 0,8% an. Allein in den darauf folgenden 300 Jahren wuchs die Weltbevölkerung von 0,5 auf über 3 Milliarden Menschen.

Betrachtet man allerdings die jüngere Zeit, so flacht die Kurve wieder ab. Der folgende Graph zeigt die Entwicklung der Weltbevölkerung von 1960 bis 2018. Die exponentielle Entwicklung der Bevölkerung hat nachgelassen und der Graph verläuft nahezu linear. Zu verzeichnen ist lediglich ein minimaler Rückgang der Wachstumsraten.

Gegen Ende des Jahres 2018 gab es auf der Erde 7,59 Milliarden Menschen. Die Wachstumsrate lag bei 1,11 Prozent.


(Angaben in Milliarden Einwohnern)


Bevölkerungspyramiden: Unterschiedliches Wachstum

Die Bevölkerung steigt nicht in allen Ländern gleichermaßen. Einen eklatanten Unterschied bemerkt man, wenn man sich die zusammengefassten Alterspyramiden nach Ländern mit unterschiedlicher Wirtschaftsstärke ansieht. Global gesehen sieht die Alterspyramide mit ein paar kleineren Ausreißern bienenstockförmig oder glockenartig aus. Dies liegt an einem ausgewogenen Zuwachs bei den jüngeren Generationen mit einer Geburtenrate von derzeit 18,7 ‰ und einer gleichzeitig hohen, späten Sterblichkeit. Zumindest in Bezug auf die gesamte Weltbevölkerung.

Welt

Alterspyramide Gesamte Weltbevölkerung 2018
Länder mit niedrigem Einkommen

Alterspyramide Länder mit niedrigem Einkommen 2018
Länder mit hohem Einkommen

Alterspyramide Länder mit hohem Einkommen 2018

Im direkten Vergleich der Alterspyramiden wird deutlich, dass sich arme und reiche Länder in ihrem Bevölkerungswachstum massiv unterscheiden. In reichen Ländern erreichen Menschen wesentlich häufiger ein hohes Alter, was an einem ausgeprägten sozialen System, überdurchschnittlicher gesundheitlicher Versorgung und auch finanzieller Stabilität liegt. Gleichzeitig sorgen aber Leistungsdruck, hohe Lebenshaltungskosten und fehlende evolutionsbedingte Notwendigkeit für einen Rückgang der Geburtenraten. Der Großteil der Bevölkerung ist heute zwischen 30 und 50 Jahre alt, während die Unter-20-Jährigen auffällig unterrepräsentiert sind. In Ländern wie Deutschland wird diese Konstellation in 10-20 Jahren dazu führen, dass immer weniger Menschen für das aus deren Steuern finanzierte Rentensystem aufkommen müssen.

In armen Ländern hat die Alterspyramide dagegen eine Pagodenform, also eine verbreiterte Pyramide mit überproportional ansteigenden jüngeren Jahrgängen. Durch höhere und frühere Sterblichkeit bleiben die älteren Einwohner deutlich in der Minderzahl. Gleichzeitig fehlen oft soziale Systeme und finanzielle Absicherungen der Bevölkerung, die man somit nur aus dem Kreis der eigenen Familie erhält. Große Familien mit vielen Kindern bedeuten in der Zukunft auch eine größere wirtschaftliche Sicherheit, was zu einer erhöhten Geburtenrate führt. In den meisten ärmeren Ländern spielen Familienverbände eine viel wesentlichere Rolle, als in reichen Ländern. Kinder bleiben meist ein Leben lang räumlich gebunden undsorgen nicht nur für die finanzielle Absicherung, sondern auch für die Pflege im Alter.