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Herkunfts- und Zielländer von Flüchtlingen

vgwortVon den zahllosen Flüchtlingen im Jahr 2018 kamen die meisten aus Venezuela und aus Afghanistan. Auf der anderen Seite stehen Peru und Deutschland als am häufigsten gewählte Aufnahmeländer für einen Asylantrag.

Unsere Auflistung zeigt auf beiden Seiten die 50 größten Länder auf Basis der vom UNHCR erhobenen Daten. Enthalten ist jeweils die Anzahl der Erstanträge auf Asyl. Die Ablehnungs- und Aufnahmequoten der einzelnen Staaten finden Sie auf der Detailansicht jedes Landes. Klicken Sie hierzu auf den Ländernamen.

Karte der größten Flüchtlingsländer 2018

Für das Jahr 2018 wurden weltweit 1,54 Millionen Asyl-Erstanträge von Flüchtlingen registriert. Die Anzahl der angenommen Erstanträge belief sich auf 283.700 und somit rund 18%. Die Karte zeigt die Länder, aus denen die meisten Menschen flüchten.

Top 50 der Flüchtlingsländer

HerkunftAsyl-
anträge
pro Mio
Einwohner
Venezuela340.71211.948
Afghanistan107.4782.825
Syrien106.0926.215
Irak72.5431.845
Demokratische Republik Kongo60.909702
Eritrea41.53011.875
Nigeria38.806193
Pakistan35.967166
Iran35.651430
Sudan32.272754
Nicaragua30.4454.651
Türkei29.723356
Somalia27.6271.789
China25.45518
Kolumbien25.107499
Myanmar22.936424
Äthiopien22.900204
Honduras22.5722.316
El Salvador21.2003.285
Georgien20.0555.391
Albanien19.9787.000
Kuba18.9731.674
Russland18.894131
Ukraine18.324413
Bangladesch18.084111
Indien17.49513
Jemen16.073551
Guinea15.3731.204
Haiti14.2011.261
Algerien11.412265
Malaysia11.384356
Guatemala11.295680
Südsudan9.861891
Elfenbeinküste9.792381
Zentralafrikanische Republik9.7292.050
Burkina Faso9.560470
Burundi9.459820
Marokko9.268254
Mexiko9.01671
Kamerun9.015348
Ägypten8.69787
Serbien7.6631.103
Sri Lanka7.565347
Mali7.265370
Senegal7.019431
Libyen5.391795
Armenien5.2021.759
Vietnam4.84550
Gambia4.7382.018
Ghana3.920129

Top 50 der Aufnahmeländer

ZiellandAsyl-
anträge
pro Mio
Einwohner
Peru192.4445.919
Deutschland161.8671.947
Frankreich114.5071.708
Vereinigte Staaten von Amerika96.495294
Türkei83.7771.004
Brasilien79.909379
Griechenland66.8526.238
Spanien55.6091.181
Kanada55.2701.470
Italien48.391803
Vereinigtes Königreich37.358559
Mexiko29.544232
Australien28.8391.137
Costa Rica27.9675.541
Malaysia23.743743
Ägypten22.926228
Niederlande20.4681.181
Uganda19.655444
Kenia19.380369
Belgien17.9951.567
Schweden17.7581.727
Ecuador16.969977
Libyen16.2452.397
Israel16.2151.791
Südkorea16.090311
Burundi13.8961.205
Österreich13.6861.542
Schweiz13.4511.569
Sambia11.290632
Panama10.7532.532
Japan10.49383
Jordanien10.4071.030
Mali9.918505
Trinidad und Tobago8.6246.182
Südafrika8.352143
Zypern7.8046.511
Russland7.76754
Vereinigte Arabische Emirate7.458763
Indien7.1965
Uruguay6.7431.948
Niger5.768247
Chile5.761304
Malawi5.493295
Demokratische Republik Kongo5.10459
Kamerun4.960192
Syrien4.653273
Albanien4.3421.521
Marokko3.814105
Irland3.608730
Dänemark3.401585

Europäische Flüchtlingskrise ab 2015

Noch im Jahr 2013 registrierten UNHCR und Eurostat für Europa gerade einmal 431.094 neu ankommende Flüchtlinge (Anzahl der Erstanträge). Im Jahr 2014 stieg diese Zahl auf knapp 627.000 an und erreichte im Jahr 2015 einen Höchststand von 1,323 Millionen Asylbewerbern. In 2016 flaute der Ansturm nur geringfügig auf 1,261 Millionen Erstanträge ab. Eine deutliche Entspannung gab es erst im Jahr 2017 mit rund 708.000 Flüchtlingen.

Die Ursachen der Flüchtlingskrise werden in einer allgemeinen Zunahme gewaltsamer Vertreibung in Kombination mit drastisch verschlechterten Lebensumständen in den Herkunftsländern gesehen. Insbesondere religiöse oder kulturelle Minderheiten werden in Krisengebieten unterdrückt und teils gewaltsam drangsaliert. Hinzu kommen ungelöste humanitäre Krisen wie in Somalia und Eritrea. Aufgrund der schon seit Jahrzehnten anhaltenden Armut stieg die Bereitschaft, die Strapazen einer Flucht auf sich zu nehmen. Der Ansturm im Jahr 2015 erfolgte zu großen Teilen aus Syrien heraus, nachdem die Versorgung in den dortigen Flüchtlingslagern zusammen brach.

Die unerwartete Menge an Asylbewerbern traf die europäischen Staaten weitestgehend unvorbereitet und so kam es einerseits durch die plötzliche Zunahme der Anträge, andererseits durch die chaotischen Aufnahme- und Verteilungssysteme zu dem Begriff "Flüchtlingkrise".

Kritik wurde vor allem an der Verteilung der Asylbewerber auf die einzelnen Mitgliedsstaaten laut. Mit dem Schengener und Dubliner Abkommen wurden Prozeduren schon 25 Jahre zuvor festgelegt, die aber in den Jahren 2015 und 2016 in der Umsetzung scheiterten. Zeitgleich verschärfte sich angesichts der Missstände die Kritik der europäischen Bevölkerung am Asylsystem. Es kam in der Folge in vielen EU-Ländern zu einem Popularitätsanstieg nationalistischer oder zumindest konservativer Parteien.

Flüchtlingsrouten

Die 4 wesentlichen Flüchtlingsrouten in den Jahren 2014-2018 waren:

Die östliche Mittelmeerroute: Flüchtlinge aus Syrien, Iran, Irak und Afhanistan durchquerten die Türkei, um von dort auf die nahegelegenen griechischen Mittelmeerinseln und somit in die EU zu gelangen.

Die westliche Balkanroute lag parallel dazu und führte auf dem Landweg durch Albanien, Montenegro oder Nordmazedonien nach Ungarn und Österreich. Beide Routen wurden auch von Syrern, Afghanen, Pakistanis und Nordafrikanern benutzt, nachdem die Türkei ihre Visapflicht lockerte.

Die zentrale Mittelmeerroute führte zumeist von Libyen mit Booten über das Mittelmeer zum etwa 340 km entfernten Malta oder zur italienischen Insel Lampedusa (270 km von der libyschen Küste entfernt).

Die westliche Mittelmeerroute führte über die Meerenge zwischen Marokko und Gibraltar. Da Spanien auf dem afrikanischen Kontinent die beiden Exklaven Melilla und Ceuta besitzt, wurden auch diese beiden Gebiete in der Nordküste Marokkos zum Anlaufziel für Flüchtlinge.