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Flüchtlingscamp

Herkunfts- und Zielländer von Flüchtlingen

Von den zahllosen Flüchtlingen im Jahr 2021 kamen die meisten aus Afghanistan und aus Syrien. Auf der anderen Seite stehen Deutschland und Mexiko als am häufigsten gewählte Aufnahmeländer für einen Asylantrag.

Unsere Auflistung zeigt auf beiden Seiten die 50 größten Länder auf Basis der vom UNHCR erhobenen Daten. Enthalten ist jeweils die Anzahl der Erstanträge auf Asyl. Die Ablehnungs- und Aufnahmequoten der einzelnen Staaten finden Sie auf der Detailansicht jedes Landes. Klicken Sie hierzu auf den Ländernamen.

Herkunfts- und Aufnahmeländer 2021

Für das Jahr 2021 wurden weltweit 1,30 Millionen Asyl-Erstanträge von Flüchtlingen registriert. Die Anzahl der angenommen Erstanträge belief sich auf 330.059 und somit rund 25%. Die Karte zeigt die Länder, aus denen die meisten Menschen flüchteten.

Flüchtlinge nach Herkunft

Top 50 der Herkunftsländer

HerkunftAsyl-
anträge
pro Mio
Einwohner
Afghanistan125.4833.129
Syrien109.7905.149
Nicaragua108.47515.835
Venezuela87.9773.120
Haiti64.6405.647
Zentralafrikanische Republik47.7828.756
Honduras47.2484.597
Irak37.667865
Demokratische Republik Kongo33.015344
Kolumbien31.281607
Somalia31.2271.830
Nigeria31.185146
Eritrea29.7928.229
Türkei26.152308
Pakistan24.824107
Äthiopien24.485204
Sudan22.402491
Kuba21.8211.939
Myanmar21.348397
Iran20.575234
Bangladesch20.277120
El Salvador15.8982.518
Marokko14.929403
Guatemala13.978817
Albanien13.4904.798
Mali13.164601
Georgien13.0003.505
Ruanda12.838954
Indien11.5098
Elfenbeinküste10.959399
Guinea10.312762
Ukraine10.257234
Burundi10.073803
Tunesien9.668788
China9.6257
Russland8.80161
Ägypten8.63679
Mexiko8.57668
Algerien7.827177
Chile7.645392
Senegal7.476443
Brasilien6.65831
Kamerun5.600206
Moldawien4.7691.824
Vietnam4.22943
Palästina3.897792
Belarus3.891417
Jemen3.856117
Peru3.712110
Serbien3.709543

Top 50 der Zielländer

ZiellandAsyl-
anträge
pro Mio
Einwohner
Deutschland148.1591.781
Mexiko131.1941.035
Vereinigte Staaten von Amerika117.490354
Costa Rica108.71221.093
Frankreich89.3541.319
Spanien65.3011.377
Vereinigtes Königreich56.367837
Italien53.055898
Demokratische Republik Kongo45.866478
Uganda41.801912
Österreich39.8674.452
Türkei29.256345
Niederlande24.6241.404
Kanada23.321610
Griechenland22.4932.114
Belgien19.2651.662
Malaysia17.765529
Kolumbien15.934309
Libyen14.2422.115
Australien13.977544
Zypern13.51810.865
Schweiz13.2261.520
Sudan12.467273
Niger12.340489
Kenia11.582219
Ägypten10.999101
Bulgarien10.9471.592
Rumänien9.558500
Ecuador8.442474
Sambia8.387431
Schweden7.510721
Polen7.346195
Brasilien6.95132
Tadschikistan6.372654
Indien5.6714
Slowenien5.2052.469
Mauretanien4.9741.078
Marokko4.956134
Russland4.81934
Malawi4.532228
Kamerun3.653134
Pakistan3.61916
Uruguay3.265953
Tunesien3.170259
Somalia3.102182
Irland2.583513
Kroatien2.460631
Japan2.41319
Chile2.347120
Südkorea2.32345

Europäische Flüchtlingskrise ab 2015

Flüchtlingscamp Noch im Jahr 2013 registrierten UNHCR und Eurostat für Europa gerade einmal 431.094 neu ankommende Flüchtlinge (Anzahl der Erstanträge). Im Jahr 2014 stieg diese Zahl auf knapp 627.000 an und erreichte im Jahr 2015 einen Höchststand von 1,323 Millionen Asylbewerbern. In 2016 flaute der Ansturm nur geringfügig auf 1,261 Millionen Erstanträge ab. Eine deutliche Entspannung gab es erst im Jahr 2017 mit rund 708.000 Flüchtlingen.

Die Ursachen der Flüchtlingskrise werden in einer allgemeinen Zunahme gewaltsamer Vertreibung in Kombination mit drastisch verschlechterten Lebensumständen in den Herkunftsländern gesehen. Insbesondere religiöse oder kulturelle Minderheiten werden in Krisengebieten unterdrückt und teils gewaltsam drangsaliert. Hinzu kommen ungelöste humanitäre Krisen wie in Somalia und Eritrea. Aufgrund der schon seit Jahrzehnten anhaltenden Armut stieg die Bereitschaft, die Strapazen einer Flucht auf sich zu nehmen. Der Ansturm im Jahr 2015 erfolgte zu großen Teilen aus Syrien heraus, nachdem die Versorgung in den dortigen Flüchtlingslagern zusammen brach.

Die unerwartete Menge an Asylbewerbern traf die europäischen Staaten weitestgehend unvorbereitet und so kam es einerseits durch die plötzliche Zunahme der Anträge, andererseits durch die chaotischen Aufnahme- und Verteilungssysteme zu dem Begriff "Flüchtlingkrise".

Kritik wurde vor allem an der Verteilung der Asylbewerber auf die einzelnen Mitgliedsstaaten laut. Mit dem Schengener und Dubliner Abkommen wurden Prozeduren schon 25 Jahre zuvor festgelegt, die aber in den Jahren 2015 und 2016 in der Umsetzung scheiterten. Zeitgleich verschärfte sich angesichts der Missstände die Kritik der europäischen Bevölkerung am Asylsystem. Es kam in der Folge in vielen EU-Ländern zu einem Popularitätsanstieg nationalistischer oder zumindest konservativer Parteien.

Flüchtlingsrouten

Die 4 wesentlichen Flüchtlingsrouten in den Jahren 2014-2018 waren:

Die östliche Mittelmeerroute: Flüchtlinge aus Syrien, Iran, Irak und Afhanistan durchquerten die Türkei, um von dort auf die nahegelegenen griechischen Mittelmeerinseln und somit in die EU zu gelangen.

Die westliche Balkanroute lag parallel dazu und führte auf dem Landweg durch Albanien, Montenegro oder Nordmazedonien nach Ungarn und Österreich. Beide Routen wurden auch von Syrern, Afghanen, Pakistanis und Nordafrikanern benutzt, nachdem die Türkei ihre Visapflicht lockerte.

Die zentrale Mittelmeerroute führte zumeist von Libyen mit Booten über das Mittelmeer zum etwa 340 km entfernten Malta oder zur italienischen Insel Lampedusa (270 km von der libyschen Küste entfernt).

Die westliche Mittelmeerroute führte über die Meerenge zwischen Marokko und Gibraltar. Da Spanien auf dem afrikanischen Kontinent die beiden Exklaven Melilla und Ceuta besitzt, wurden auch diese beiden Gebiete in der Nordküste Marokkos zum Anlaufziel für Flüchtlinge.