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Flüchtlingscamp

Herkunfts- und Zielländer von Flüchtlingen

vgwortVon den zahllosen Flüchtlingen im Jahr 2019 kamen die meisten aus Venezuela und aus Afghanistan. Auf der anderen Seite stehen Peru und Deutschland als am häufigsten gewählte Aufnahmeländer für einen Asylantrag.

Unsere Auflistung zeigt auf beiden Seiten die 50 größten Länder auf Basis der vom UNHCR erhobenen Daten. Enthalten ist jeweils die Anzahl der Erstanträge auf Asyl. Die Ablehnungs- und Aufnahmequoten der einzelnen Staaten finden Sie auf der Detailansicht jedes Landes. Klicken Sie hierzu auf den Ländernamen.

Herkunfts- und Aufnahmeländer 2019

Für das Jahr 2019 wurden weltweit 1,71 Mio Asyl-Erstanträge von Flüchtlingen registriert. Die Anzahl der angenommen Erstanträge belief sich auf 374.246 und somit rund 22%. Die Karte zeigt die Länder, aus denen die meisten Menschen flüchteten.

Flüchtlinge nach Herkunft

Top 50 der Herkunftsländer

HerkunftAsyl-
anträge
pro Mio
Einwohner
Venezuela427.22714.982
Afghanistan105.4572.772
Syrien85.7635.024
Nigeria71.860358
Irak52.8411.344
Demokratische Republik Kongo48.852563
Kolumbien47.702948
Nicaragua47.6557.281
Honduras43.7394.488
Kuba37.2263.285
Eritrea34.6229.900
Somalia34.1602.212
Haiti34.0713.025
Pakistan33.046153
Iran33.018398
Türkei31.210374
Kamerun28.4291.099
China26.45519
El Salvador25.8934.012
Myanmar24.631456
Sudan24.434571
Burundi21.5751.871
Russland21.129146
Georgien20.9665.635
Albanien20.9387.336
Indien20.00415
Bangladesch17.587108
Ukraine16.634375
Äthiopien13.926124
Guinea13.4581.054
Guatemala13.101789
Algerien10.987255
Marokko10.917299
Elfenbeinküste9.447367
Mexiko9.34573
Jemen9.081311
Sri Lanka8.902408
Malaysia8.831276
Ägypten8.36983
Südsudan8.151737
Palästina8.0401.716
Mali7.342373
Peru7.193221
Serbien6.620953
Senegal6.212381
Zentralafrikanische Republik6.1291.292
Vietnam5.13453
Moldawien4.9621.867
Ruanda4.530359
Angola4.163131

Top 50 der Zielländer

ZiellandAsyl-
anträge
pro Mio
Einwohner
Peru259.7117.989
Deutschland142.4581.714
Frankreich123.8091.846
Spanien118.0882.508
Vereinigte Staaten von Amerika89.445272
Brasilien81.485386
Griechenland74.7936.979
Mexiko69.780547
Kanada58.2131.549
Türkei56.417676
Vereinigtes Königreich44.314663
Niger43.4321.863
Costa Rica39.2397.774
Italien34.849578
Uganda33.343753
Malaysia27.311855
Australien26.8511.059
Südafrika26.453452
Ägypten23.343233
Niederlande22.3121.287
Ecuador20.7661.195
Nigeria19.63398
Schweden18.5971.808
Südkorea15.322296
Zypern13.11910.945
Österreich12.8081.443
Kenia12.546239
Schweiz12.5241.461
Libyen12.1431.792
Uruguay12.0233.473
Belgien10.594922
Kolumbien10.479208
Panama9.6972.284
Israel9.3791.036
Japan9.31474
Republik Kongo8.9751.668
Trinidad und Tobago8.8866.370
Demokratische Republik Kongo8.57799
Burundi8.330722
Russland8.07956
Sambia7.856440
Malawi7.588407
Sudan7.086166
Indien6.6915
Marokko5.326146
Irland4.696950
Finnland3.737677
Kamerun3.726144
Slowenien3.6131.730
Pakistan3.59117

Europäische Flüchtlingskrise ab 2015

Flüchtlingscamp Noch im Jahr 2013 registrierten UNHCR und Eurostat für Europa gerade einmal 431.094 neu ankommende Flüchtlinge (Anzahl der Erstanträge). Im Jahr 2014 stieg diese Zahl auf knapp 627.000 an und erreichte im Jahr 2015 einen Höchststand von 1,323 Millionen Asylbewerbern. In 2016 flaute der Ansturm nur geringfügig auf 1,261 Millionen Erstanträge ab. Eine deutliche Entspannung gab es erst im Jahr 2017 mit rund 708.000 Flüchtlingen.

Die Ursachen der Flüchtlingskrise werden in einer allgemeinen Zunahme gewaltsamer Vertreibung in Kombination mit drastisch verschlechterten Lebensumständen in den Herkunftsländern gesehen. Insbesondere religiöse oder kulturelle Minderheiten werden in Krisengebieten unterdrückt und teils gewaltsam drangsaliert. Hinzu kommen ungelöste humanitäre Krisen wie in Somalia und Eritrea. Aufgrund der schon seit Jahrzehnten anhaltenden Armut stieg die Bereitschaft, die Strapazen einer Flucht auf sich zu nehmen. Der Ansturm im Jahr 2015 erfolgte zu großen Teilen aus Syrien heraus, nachdem die Versorgung in den dortigen Flüchtlingslagern zusammen brach.

Die unerwartete Menge an Asylbewerbern traf die europäischen Staaten weitestgehend unvorbereitet und so kam es einerseits durch die plötzliche Zunahme der Anträge, andererseits durch die chaotischen Aufnahme- und Verteilungssysteme zu dem Begriff "Flüchtlingkrise".

Kritik wurde vor allem an der Verteilung der Asylbewerber auf die einzelnen Mitgliedsstaaten laut. Mit dem Schengener und Dubliner Abkommen wurden Prozeduren schon 25 Jahre zuvor festgelegt, die aber in den Jahren 2015 und 2016 in der Umsetzung scheiterten. Zeitgleich verschärfte sich angesichts der Missstände die Kritik der europäischen Bevölkerung am Asylsystem. Es kam in der Folge in vielen EU-Ländern zu einem Popularitätsanstieg nationalistischer oder zumindest konservativer Parteien.

Flüchtlingsrouten

Die 4 wesentlichen Flüchtlingsrouten in den Jahren 2014-2018 waren:

Die östliche Mittelmeerroute: Flüchtlinge aus Syrien, Iran, Irak und Afhanistan durchquerten die Türkei, um von dort auf die nahegelegenen griechischen Mittelmeerinseln und somit in die EU zu gelangen.

Die westliche Balkanroute lag parallel dazu und führte auf dem Landweg durch Albanien, Montenegro oder Nordmazedonien nach Ungarn und Österreich. Beide Routen wurden auch von Syrern, Afghanen, Pakistanis und Nordafrikanern benutzt, nachdem die Türkei ihre Visapflicht lockerte.

Die zentrale Mittelmeerroute führte zumeist von Libyen mit Booten über das Mittelmeer zum etwa 340 km entfernten Malta oder zur italienischen Insel Lampedusa (270 km von der libyschen Küste entfernt).

Die westliche Mittelmeerroute führte über die Meerenge zwischen Marokko und Gibraltar. Da Spanien auf dem afrikanischen Kontinent die beiden Exklaven Melilla und Ceuta besitzt, wurden auch diese beiden Gebiete in der Nordküste Marokkos zum Anlaufziel für Flüchtlinge.