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Flüchtlingscamp

Herkunfts- und Zielländer von Flüchtlingen

Von den zahllosen Flüchtlingen im Jahr 2020 kamen die meisten aus Venezuela und aus Afghanistan. Auf der anderen Seite stehen Deutschland und Spanien als am häufigsten gewählte Aufnahmeländer für einen Asylantrag.

Unsere Auflistung zeigt auf beiden Seiten die 50 größten Länder auf Basis der vom UNHCR erhobenen Daten. Enthalten ist jeweils die Anzahl der Erstanträge auf Asyl. Die Ablehnungs- und Aufnahmequoten der einzelnen Staaten finden Sie auf der Detailansicht jedes Landes. Klicken Sie hierzu auf den Ländernamen.

Herkunfts- und Aufnahmeländer 2020

Für das Jahr 2020 wurden weltweit 904.531 Asyl-Erstanträge von Flüchtlingen registriert. Die Anzahl der angenommen Erstanträge belief sich auf 299.013 und somit rund 33%. Die Karte zeigt die Länder, aus denen die meisten Menschen flüchteten.

Flüchtlinge nach Herkunft

Top 50 der Herkunftsländer

HerkunftAsyl-
anträge
pro Mio
Einwohner
Venezuela142.8165.022
Afghanistan76.1331.956
Syrien72.8524.163
Kolumbien38.925765
Demokratische Republik Kongo34.300383
Honduras27.5962.786
Irak26.993671
Eritrea21.7746.226
Pakistan20.25392
Somalia19.9491.255
Türkei18.630221
Nigeria18.07588
Kuba16.2761.437
China16.00411
Nicaragua15.5262.344
Haiti15.3811.349
Iran15.320182
El Salvador14.9992.312
Bangladesch14.16986
Sudan13.132299
Äthiopien11.545100
Guatemala11.447679
Ukraine11.066251
Indien10.8998
Guinea10.683813
Elfenbeinküste10.236388
Russland10.21871
Burundi8.764737
Albanien8.4072.963
Marokko8.302225
Myanmar7.874145
Algerien7.773177
Georgien7.6932.071
Mali7.363364
Peru6.438195
Mexiko6.09147
Kamerun5.693214
Ägypten5.53154
Malaysia4.666144
Senegal4.179250
Vietnam4.10042
Sri Lanka3.996182
Palästina3.921816
Serbien3.665531
Brasilien3.61617
Jemen3.576120
Moldawien3.4131.304
Zentralafrikanische Republik3.377699
Sierra Leone3.240406
Tunesien3.061259

Top 50 der Zielländer

ZiellandAsyl-
anträge
pro Mio
Einwohner
Deutschland102.5651.232
Spanien88.6691.873
Frankreich87.6591.301
Vereinigte Staaten von Amerika87.645266
Peru52.2611.585
Mexiko40.994318
Griechenland37.8123.529
Vereinigtes Königreich35.943535
Türkei31.334372
Italien26.533446
Uganda23.775520
Australien19.185747
Kanada19.030501
Brasilien15.13771
Österreich14.7201.651
Niederlande13.541776
Belgien12.8271.110
Costa Rica12.6542.484
Kolumbien11.894234
Schweden10.308996
Schweiz9.7091.124
Sudan9.258211
Libyen7.9711.160
Sambia7.636415
Zypern7.1175.895
Russland6.97648
Südkorea6.651128
Malaysia6.411198
Ecuador6.192351
Ägypten6.12160
Rumänien6.116317
Burundi5.592470
Kenia5.533103
Marokko4.052110
Japan3.93631
Bulgarien3.504506
Trinidad und Tobago3.4742.482
Slowenien3.4581.647
Malawi3.240169
Uruguay2.902835
Guinea2.790212
Südafrika2.40140
Malta2.3784.527
Mauretanien2.351506
Tunesien2.317196
Indien2.2252
Somalia1.892119
Israel1.858202
Chile1.67588
Kroatien1.576389

Europäische Flüchtlingskrise ab 2015

Flüchtlingscamp Noch im Jahr 2013 registrierten UNHCR und Eurostat für Europa gerade einmal 431.094 neu ankommende Flüchtlinge (Anzahl der Erstanträge). Im Jahr 2014 stieg diese Zahl auf knapp 627.000 an und erreichte im Jahr 2015 einen Höchststand von 1,323 Millionen Asylbewerbern. In 2016 flaute der Ansturm nur geringfügig auf 1,261 Millionen Erstanträge ab. Eine deutliche Entspannung gab es erst im Jahr 2017 mit rund 708.000 Flüchtlingen.

Die Ursachen der Flüchtlingskrise werden in einer allgemeinen Zunahme gewaltsamer Vertreibung in Kombination mit drastisch verschlechterten Lebensumständen in den Herkunftsländern gesehen. Insbesondere religiöse oder kulturelle Minderheiten werden in Krisengebieten unterdrückt und teils gewaltsam drangsaliert. Hinzu kommen ungelöste humanitäre Krisen wie in Somalia und Eritrea. Aufgrund der schon seit Jahrzehnten anhaltenden Armut stieg die Bereitschaft, die Strapazen einer Flucht auf sich zu nehmen. Der Ansturm im Jahr 2015 erfolgte zu großen Teilen aus Syrien heraus, nachdem die Versorgung in den dortigen Flüchtlingslagern zusammen brach.

Die unerwartete Menge an Asylbewerbern traf die europäischen Staaten weitestgehend unvorbereitet und so kam es einerseits durch die plötzliche Zunahme der Anträge, andererseits durch die chaotischen Aufnahme- und Verteilungssysteme zu dem Begriff "Flüchtlingkrise".

Kritik wurde vor allem an der Verteilung der Asylbewerber auf die einzelnen Mitgliedsstaaten laut. Mit dem Schengener und Dubliner Abkommen wurden Prozeduren schon 25 Jahre zuvor festgelegt, die aber in den Jahren 2015 und 2016 in der Umsetzung scheiterten. Zeitgleich verschärfte sich angesichts der Missstände die Kritik der europäischen Bevölkerung am Asylsystem. Es kam in der Folge in vielen EU-Ländern zu einem Popularitätsanstieg nationalistischer oder zumindest konservativer Parteien.

Flüchtlingsrouten

Die 4 wesentlichen Flüchtlingsrouten in den Jahren 2014-2018 waren:

Die östliche Mittelmeerroute: Flüchtlinge aus Syrien, Iran, Irak und Afhanistan durchquerten die Türkei, um von dort auf die nahegelegenen griechischen Mittelmeerinseln und somit in die EU zu gelangen.

Die westliche Balkanroute lag parallel dazu und führte auf dem Landweg durch Albanien, Montenegro oder Nordmazedonien nach Ungarn und Österreich. Beide Routen wurden auch von Syrern, Afghanen, Pakistanis und Nordafrikanern benutzt, nachdem die Türkei ihre Visapflicht lockerte.

Die zentrale Mittelmeerroute führte zumeist von Libyen mit Booten über das Mittelmeer zum etwa 340 km entfernten Malta oder zur italienischen Insel Lampedusa (270 km von der libyschen Küste entfernt).

Die westliche Mittelmeerroute führte über die Meerenge zwischen Marokko und Gibraltar. Da Spanien auf dem afrikanischen Kontinent die beiden Exklaven Melilla und Ceuta besitzt, wurden auch diese beiden Gebiete in der Nordküste Marokkos zum Anlaufziel für Flüchtlinge.