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Preissteigerung

Weltweite Inflationsraten im Vergleich

Jährlich werden in nahezu allen Ländern die Preise von Konsumgütern für Verbraucher ermittelt und bewertet. Liegen die Preise höher als im Vorjahr, so spricht man von einer Inflation. Liegen sie niedriger, ist es eine Deflation. Diese ermittelte Teuerungsrate ist wesentlicher Bestandteil der Geldwertstabilität.

Im Jahr 2021 lag die weltweite Inflationsrate bei 3,4 Prozent. In der Europäischen Union waren es 2,6 Prozent. Für Deutschland wurde eine Preissteigerung von 3,1 % gegenüber dem Vorjahr ermittelt. Für das Jahr 2022 werden weltweit noch deutlich höhere Werte erwartet.
Inflationsraten nach Ländern

Inflationsraten 2021 im Vergleich

Land20202021
Ruanda9,9 %-0,4 %
Japan0,0 %-0,2 %
Ecuador-0,3 %0,1 %
Schweiz-0,7 %0,6 %
Bolivien0,9 %0,7 %
China2,4 %1,0 %
Griechenland-1,2 %1,2 %
Thailand-0,8 %1,2 %
Portugal0,0 %1,3 %
Marokko0,7 %1,4 %
Israel-0,6 %1,5 %
Indonesien1,9 %1,6 %
Hongkong0,3 %1,6 %
Frankreich0,5 %1,6 %
Costa Rica0,7 %1,7 %
Vietnam3,2 %1,8 %
Dänemark0,4 %1,9 %
Italien-0,1 %1,9 %
Bosnien und Herzegowina-1,1 %2,0 %
Albanien1,6 %2,0 %
Schweden0,5 %2,2 %
Finnland0,3 %2,2 %
Kamerun2,4 %2,3 %
Katar-2,5 %2,3 %
Singapur-0,2 %2,3 %
Irland-0,3 %2,4 %
Montenegro-0,3 %2,4 %
Belgien0,7 %2,4 %
Südkorea0,5 %2,5 %
Vereinigtes Königreich1,0 %2,5 %
Luxemburg0,8 %2,5 %
Kroatien0,2 %2,6 %
Niederlande1,3 %2,7 %
Österreich1,4 %2,8 %
Australien0,8 %2,9 %
Kambodscha2,9 %2,9 %
Spanien-0,3 %3,1 %
Deutschland0,5 %3,1 %
Bulgarien1,7 %3,3 %
Kosovo0,2 %3,4 %
Kanada0,7 %3,4 %
Norwegen1,3 %3,5 %
Kolumbien2,5 %3,5 %
Laos5,1 %3,8 %
Tschechien3,2 %3,8 %
Mali0,4 %3,9 %
Neuseeland1,7 %3,9 %
Mauritius2,6 %4,0 %
Serbien1,6 %4,1 %
Nepal5,1 %4,1 %
Elfenbeinküste2,4 %4,1 %
Guatemala3,2 %4,3 %
Peru2,0 %4,3 %
Island2,8 %4,4 %
Honduras3,5 %4,5 %
Papua-Neuguinea4,9 %4,5 %
Chile3,0 %4,5 %
Südafrika3,2 %4,6 %
Estland-0,4 %4,7 %
Litauen1,2 %4,7 %
Vereinigte Staaten von Amerika1,2 %4,7 %
Paraguay1,8 %4,8 %
Nicaragua3,7 %4,9 %
Guyana1,0 %5,0 %
Rumänien2,6 %5,1 %
Polen3,4 %5,1 %
Moldawien3,8 %5,1 %
Ungarn3,3 %5,1 %
Bangladesch5,7 %5,5 %
Mexiko3,4 %5,7 %
Tunesien5,6 %5,7 %
Irak0,6 %6,0 %
Lesotho5,0 %6,0 %
Kenia5,4 %6,1 %
Aserbaidschan2,8 %6,7 %
Russland3,4 %6,7 %
Mongolei3,7 %7,1 %
Armenien1,2 %7,2 %
Algerien2,4 %7,2 %
Botswana1,9 %7,2 %
Bhutan5,6 %7,3 %
Gambia5,9 %7,4 %
Uruguay9,8 %7,7 %
Dominikanische Republik3,8 %8,2 %
Brasilien3,2 %8,3 %
Burundi7,3 %8,4 %
Belarus5,5 %9,5 %
Pakistan9,7 %9,5 %
Georgien5,2 %9,6 %
Ghana9,9 %10,0 %
Sierra Leone13,4 %11,9 %
Guinea10,6 %12,6 %
Haiti22,8 %16,8 %
Türkei12,3 %19,6 %
Suriname34,9 %59,1 %
Libanon84,9 %154,8 %

Preissteigerung im Ländervergleich

Die Inflation wird hier anhand des Verbraucherpreisindexes ermittelt. Neben diesem gibt es noch andere Indizes, die sich an anderen Zielgruppen orientieren. Dabei wird ein landestypischer Warenkorb mit Produkten des täglichen Bedarfs gefüllt und deren Preise über eine Zeitspanne von vielen Jahren beobachten. Üblicherweise liegen in einem solchen Warenkorb mehrere hundert Güterarten, die je nach technischem Fortschritt oder wechselndem Lebensstandard gelegentlich ausgetauscht werden. Je mehr ein normaler Haushalt für einen Artikel ausgibt, desto stärker wird dieser dabei auch gewichtet. So haben Kaffee oder Briefmarken z.B. nur einen sehr kleinen Anteil, während der Strompreis viel deutlicher in diesen Warenkorb einfließt.

Innerhalb der Europäischen Union und der Europäischen Freihandelszone EFTA ist diese Berechnungsmethode harmonisiert (HVPI = Harmonisierter Verbraucherpreisindex), so verwenden alle Mitgliedsländer das gleiche Bewertungsschema, wodurch die Inflationsrate sehr gut vergleichbar ist. Die Gewichtung der einzelnen Produkte muss dabei verständlicherweise unterschiedlich ausfallen, da z.B. Heizkosten in Norwegen einen ganz anderen Anteil an den Jahresausgaben haben, als in den südlichen, wärmeren Ländern.



Die höchste Inflationsrate der vergangenen Jahre wurde 2018 in Venezuela erzielt. Dort lag die Teuerungsrate bei 130.060 Prozent.

Inflationsanstieg seit 2021

Vor allem in den Jahren 2021 bis 2022 ist die Inflation deutlich gestiegen. Grund hierfür waren vor allem die Energiepreise, die sich nicht nur direkt über die Strom- und Heizkosten beim Verbraucher bemerkbar machen, sondern auch die Produktion von Waren verteuern. Im Jahr 2022 kam zusätzlich der Ukraine-Krieg hinzu, der infolge der Gaslieferstopps zu einem schlagartigen Anstieg der Heizkosten führte. Preissteigerung

Gefühlte Inflation

Im Gegensatz zur statistisch und durch staatliche Stellen gemessenen Inflation fällt die gefühlte Inflation immer etwas drastischer aus. Dies liegt vor allen daran, dass der Mensch eine Preissteigerung sehr viel früher und intensiver wahrnimmt, als eine Preissenkung. Auch spielt die Frequenz des Einkaufens eine Rolle. So bemerken wir höhere Preise im Supermarkt viel öfter, als bei einem einmaligen Kauf eines Fernsehers. Zudem spielt uns unser Gehirn einen kleinen Streich: Die veröffentlichten Inflationszahlen gelten immer nur für den zurückliegenden Zeitraum von 1 Jahr. Das Gehirn vermischt aber seine Eindrücke und Erinnerungen aus mehreren vergangenen Jahren.

Die optimale Inflation

Eine geringe Inflation ist dabei durchaus gesund, denn anhand der Teuerungsrate (und anderen Faktoren) wird auch die Wirtschaftsleistung bemessen. Läge die Inflation bei 0%, so würde die Wirtschaft kaum wachsen. Je nachdem, wen man fragt, wird als optimale Inflationsrate ein Wert zwischen 0 und 4 Prozent angesehen. Je höher die Inflation ist, desto mehr Sicherheitsabstand habe man zur "Nullzinsgrenze", die man in den Jahren 2021-2022 bereits in der EU unterschreiten musste. In so einem Fall haben die Zentralbanken kaum noch eine Chance, ausgleichende Maßnahmen durch eine Leitzinssenkung zu ergreifen. Aus Sicht des Verbrauchers ist es dagegen besser, wenn die Preise des täglichen Bedarfs nur sehr gering steigen.

Die Europäische Zentralbank, die Federal Reserve Bank und auch die Bank von Japan streben seit Jahren die Marke von 2% an.

Historische Entwicklung seit 1980

Betrachtet man die Inflationsentwicklung über einen längeren Zeitraum, so fallen die gegenwärtigen 3,4 Prozent noch relativ moderat aus. Erhebliche Teuerungsraten hat es bereits früher gegeben. Dies waren vor allem die Jahre 1979/80 während der zweiten Ölkrise, im Jahr 1994 zur Tequilakrise und zur Banken- und Finanzkrise ab 2007. Die höchsten weltweite Inflationsrate seit Mitte des letzten Jahrhunderts gab es mit 14,0% im Jahr 1980.

Inflationsentwicklung weltweit

      Weltweit       Europäische Union



Datenbasis: Internationaler Währungsfonds, Weltbank und Finanzstatistiken der einzelnen Länder. Alle Angaben in der Tabelle aus den Jahren 2020 - 2021. In der Kartendarstellung können frühere Jahre dargestellt werden, sofern neuere Daten noch nicht vorliegen. Diese Jahreszahlen werden dann dort benannt.
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