Menschliches Gehirn, pixabay.com (CC0)

Der IQ im Ländervergleich

Die Frage nach der Intelligenz bestimmter Nationalitäten oder Bevölkerungsgruppen mag kontrovers betrachtet werden. Tatsächlich gibt es aber durchaus sowohl nationale, politische als auch geografische Faktoren, die Einfluss auf die Intelligenz haben. Oftmals noch überraschend, aber wissenschaftlich inzwischen nachgewiesen ist, dass ein wärmeres Klima einen merklich schlechten Einfluss auf den Intelligenzquotienten hat.

Mit einem durchschnittlichen IQ von 100 Punkten steht Deutschland in diesem Ranking auf Platz 14. Mit 108 Punkten erreichen die Einwohner in Singapur den höchsten Intelligenzquotienten weltweit. Der letzte Platz mit gerade noch 56 Punkten wird von Äquatorialguinea belegt.

Zusätzlichem zum reinen Ranking der Länder soll in dieser Tabelle der Einfluss von Wohlstand und Klima dargestellt werden.

Intelligenz in Relation zu Einkommen und Klima

Der dargestellte IQ wurde aus den Ergebnissen von 9 internationalen Studien gebildet und dem Durchschnittseinkommen und staatlichen Ausgaben für Bildung der Jahre 1990 bis 2010 gegenüber gestellt.

Bitte Vorsicht: Das Durchschnittseinkommen hat sich in den letzten Jahren insbesondere in kleinen Staaten massiv verändert. Eine Auflistung mit aktuelleren Zahlen finden Sie hier. In dieser Tabelle geht es jedoch um den Zeitraum von 1990 bis 2010, in dem auch die Studien zur Intelligenz erschienen sind.


PlatzLandIQØ EinkommenBildungsausgaben
pro Einwohner
Ø Tageshöchst-
temperatur
1Singapur10822.164 €770 €31,5 °C
2Hongkong10822.123 €812 €26,1 °C
3Südkorea10611.952 €446 €18,2 °C
4Taiwan106  27,1 °C
5Japan10531.622 €1.065 €19,7 °C
6China1041.212 €22 €19,4 °C
7Niederlande10229.014 €1.411 €14,2 °C
8Schweiz10243.015 €2.079 €12,7 °C
9Nordkorea102  14,9 °C
10Finnland10126.910 €1.665 €8,0 °C
11Macau10118.003 €537 €25,8 °C
12Kanada10123.687 €1.385 €7,4 °C
13Island10130.072 €2.079 €8,0 °C
14Deutschland10026.657 €1.167 €13,5 °C
15Vereinigtes Königreich10026.764 €1.235 €12,8 °C
16Neuseeland10016.066 €1.075 €17,5 °C
17Belgien10026.596 €1.412 €14,4 °C
18Österreich10027.555 €1.488 €12,9 °C
19Schweden9931.285 €1.970 €9,5 °C
20Dänemark9933.840 €2.630 €11,9 °C
21Estland9910.342 €367 €10,0 °C
22Australien9922.178 €1.164 €24,4 °C
23Tschechien997.395 €321 €12,1 °C
24Luxemburg9947.159 €1.932 €13,7 °C
25Norwegen9941.907 €2.973 €8,9 °C
26Mongolei98739 €39 €8,0 °C
27Frankreich9825.502 €1.360 €16,6 °C
28Vereinigte Staaten von Amerika9831.611 €1.638 €18,6 °C
29Ungarn986.264 €319 €16,0 °C
30Slowenien9714.526 €721 €15,3 °C
31Lettland976.165 €267 €10,5 °C
32Slowakei976.827 €279 €14,9 °C
33Polen974.878 €252 €13,1 °C
34Malta9710.718 €533 €23,1 °C
35Italien9722.275 €980 €18,2 °C
36Spanien9717.163 €744 €21,0 °C
37Russland963.484 €126 €8,7 °C
38Ukraine951.233 €66 €14,0 °C
39Portugal9512.336 €622 €21,2 °C
40Kroatien957.691 €282 €18,2 °C
41Moldawien95611 €43 €16,0 °C
42Irland9424.826 €1.385 €13,2 °C
43Israel9416.096 €1.074 €26,4 °C
44Vietnam94439 €23 €29,2 °C
45Belarus931.328 €113 €11,5 °C
46Malaysia933.965 €231 €31,9 °C
47Litauen935.966 €263 €11,4 °C
48Griechenland9214.649 €471 €22,4 °C
49Kasachstan922.341 €79 €13,6 °C
50Georgien92991 €28 €20,0 °C
51Armenien921.042 €26 €16,8 °C
52Mazedonien912.000 €95 €18,5 °C
53Bulgarien912.369 €89 €17,6 °C
54Argentinien905.518 €249 €23,8 °C
55Rumänien902.686 €94 €14,9 °C
56Türkei894.292 €119 €19,7 °C
57Thailand892.261 €90 €32,7 °C
58Chile894.929 €182 €17,3 °C
59Serbien893.007 €127 €18,2 °C
60Kambodscha88315 €6 €33,3 °C
61Aserbaidschan871.275 €47 €22,8 °C
62Mauritius873.933 €142 €26,3 °C
63Mexiko865.333 €241 €29,3 °C
64Philippinen861.180 €30 €31,3 °C
65Costa Rica863.479 €185 €28,9 °C
66Irak862.633 € 32,2 °C
67Bolivien85889 €57 €25,1 °C
68Venezuela854.086 €213 €31,5 °C
69Albanien841.504 €46 €22,4 °C
70Iran842.055 €98 €23,6 °C
71Montenegro844.794 € 19,2 °C
72Kuba842.780 €260 €29,8 °C
73Indonesien84939 €24 €31,8 °C
74Fidschi832.336 €128 €30,1 °C
75Paraguay831.234 €63 €28,8 °C
76Myanmar83412 €4 €32,1 °C
77Papua-Neuguinea83702 € 30,2 °C
78Vereinigte Arabische Emirate8340.246 €319 €34,4 °C
79Brasilien833.860 €190 €30,6 °C
80Ecuador832.039 €58 €24,5 °C
81Ägypten831.073 €49 €30,1 °C
82Peru822.018 €65 €25,8 °C
83Algerien821.964 €89 €24,8 °C
84Pakistan82530 €14 €31,6 °C
85Syrien82971 €51 €26,2 °C
86Bosnien und Herzegowina822.000 € 18,5 °C
87Kolumbien822.342 €105 €28,2 °C
88Dominikanische Republik822.349 €39 €32,4 °C
89Marokko821.481 €75 €24,0 °C
90Saudi-Arabien819.120 €587 €32,5 °C
91Indien81490 €18 €29,8 °C
92Tunesien812.164 €143 €25,2 °C
93Afghanistan80273 €10 €24,3 °C
94Madagaskar79237 €7 €28,3 °C
95Sri Lanka79900 €26 €28,9 °C
96Katar7843.978 €1.298 €33,7 °C
97Nepal77238 €8 €25,5 °C
98Bangladesch77389 €7 €30,7 °C
99Tansania71281 €11 €29,9 °C
100Elfenbeinküste71678 €33 €32,0 °C
101Kenia71412 €27 €28,8 °C
102Sudan70463 €11 €36,5 °C
103Südafrika703.428 €189 €24,7 °C
104Nigeria70487 € 33,1 °C
105Jamaika702.604 €134 €31,8 °C
106Ghana69455 €28 €31,4 °C
107Namibia692.365 €164 €29,0 °C
108Mali64328 €11 €35,9 °C
109Demokratische Republik Kongo63162 €3 €29,9 °C
110Eritrea63207 €8 €29,2 °C
111Guinea-Bissau62264 €10 €32,9 °C
112Äthiopien61157 €6 €27,0 °C
113Gambia60492 €10 €32,7 °C
114Osttimor601.657 €50 €30,9 °C
115Gabun604.092 €156 €29,8 °C
116Senegal60580 €25 €35,6 °C
117São Tomé und Príncipe58783 €43 €28,6 °C
118Äquatorialguinea562.963 €125 €30,2 °C




Was ist der Intelligenzquotient?

Die Definition besagt, dass der Intelligenzquotient eine Maßzahl für intellektuelle Leistungsfähigkeit ist. Gerne wird der IQ mit einer vorhandenen Leistung oder gar Bildung verwechselt. Es handelt sich jedoch um die "Fähigkeit", diese Leistung zu erbringen. Also um die Auffassungs- und Kombinationsgabe und um die Lernfähigkeit.

Ein Mensch ist also nicht weniger intelligent, nur weil er bislang einen geringeren Bildungsstand erlangt hat. Derjenige jedoch, der die gleiche Bildung mit viel weniger Aufwand erreichen kann, ist als intelligenter einzustufen. In einigen Intelligenztests taucht z.B. die Frage nach aktuellen Politikern auf. Hierdurch wird ermittelt, ob und wie gut der Proband sich allein durch die Medienpräsenz einen Namen und dessen Position merken kann.

Intelligenz ist keine frei erlernbare Fähigkeit, kann jedoch durchaus bewusst gesteigert werden. Durch regelmäßiges Gehirntraining wie z.B. in der Schule werden einzelne Fähigkeiten gezielt angesprochen und durch eine Leistungssteigerung erreicht. Die allgemeine Denkfähigkeit kann also von jedem selbst in einem gewissen Rahmen beeinflusst werden. Die wichtigste Phase zur Bildung von Intelligenz ist im Kindesalter und nimmt mit zunehmendem Alter erheblich ab. Auch wird ein Teil der Intelligenz durch Vater und Mutter vererbt.

Der Intelligenzquotient wurde so bemessen, dass der Mittelwert bei 100 liegt. Bei einer Standardabweichung von 15% ist also ein IQ zwischen 85 und 115 als normal anzusehen. Je nach psychischer und physischer Verfassung des Probanden können zudem die Messergebnisse um bis zu 10 Punkte nach oben und unten schwanken.

Kritik:
Der IQ wurde von Westeuropäern für Westeuropäer nach westeuropäischen Maßstäben entwickelt. Es ist immer noch strittig, ob sich dieses Verfahren überhaupt auf Völker mit gänzlich anderen sozialen Strukturen, Kulturen, Werten und Denkweisen anwenden lässt.

Der IQ in Relation zu Einkommen und Bildungsausgaben

Wie in der obigen Tabelle ersichtlich, scheint es eine Verbindung zwischen Einkommen und Höhe des IQ nur bedingt zu geben. Zwar tauchen unter den ersten Plätzen vorwiegend Länder mit hohem Einkommen auf, jedoch auch solche mit weit geringerem Einkommen wie China, die Mongolei und osteuropäische Staaten.

Auffällig ist hingegen, dass Länder mit hohen Bildungsausgaben auch fast immer eine intelligente Bevölkerung haben. Im Umkehrschluss gilt dies jedoch nicht, denn unter den ersten 30 Plätzen gibt es ebenso Länder mit mittleren bis niedrigen Ausgaben. Das Ranking wird ausschließlich angeführt von bevölkerungsreichen ostasiatischen Ländern, die diesen Umstand am ehesten verdeutlichen: Dort ist es nicht üblich, dass der Staat die Ausbildung bezahlt. In der Regel wird sie durch die Famile getragen. Der finanzielle Aufwand, der in die Bildung fließt, ist also nicht geringer - gleichwohl aber nicht mehr von Staat gelenkt.

Ist Intelligenz abhängig vom Klima?

Schon seit 1991 besteht die Vermutung, dass über Generationen anhaltende Wärme sich auf den IQ auswirkt. Man ging zunächst davon aus, dass ein Leben in niedrigeren Temperaturen eine höhere körperliche Fitness voraus setzen und höhere soziale Anforderungen an das Leben stellen. Richard Lynn, Professor an der nordirischen University of Ulster geht zudem davon aus, dass die kälteren Temperaturen das Gehirnvolumen ansteigen lassen. Ob die Gehirngröße mit der Intelligenz überhaupt in Verbindung steht, ist allerdings umstritten.

Generell gilt ein heißes Klima als nachteilig für die Entwicklung von Intelligenz. Der Grund hierfür wird heutzutage vorwiegend in dem hohen körperlichen Energiebedarf und dem dadurch entstehenden Stress gesehen. Insbesondere Kleinkinder verwenden bis zu 90% der Körperenergie für das Gehirn. Wenn in dieser für die Entwicklung wichtigsten Lebensphase die Energie anderweitig benötigt wird, kann sich das Gehirn nicht entsprechend entwickeln.

Keine Abhängigkeit von der Rasse

Aus keiner der hier verwendeten Studien geht hervor, dass der Intelligenzquotient abhängig von einer bestimmten Rasse ist. Unterschiede innerhalb von Bevölkerungsgruppen wurden zwar vereinzelt gefunden (z.B. in Brasilien: Schwarze 71, Mulatten 81, Weiße 95, Japaner 99), alle Unterschiede konnten jedoch auf Herkunft, Bildungsniveau oder andere Faktoren zurückgeführt werden.

Donald Templera und Hiroko Arikawab stellten 2006 einen Zusammenhang zwischen zunehmender Hautpigmentierung und abnehmendem IQ fest. Dies war jedoch nicht auf eine Rasse zurück zu führen, denn die Pigmentierung der Haut ist klimatisch bedingt. Die Beobachtungen wurden auch innerhalb z.B. der kaukasischen Rasse gemacht. Die auffällig niedrigen IQs in Afrika wie auch die auffällig hohen IQs in Ostasien werden in diesen Studien mit Kultur und Klima begründet.

Datenbasis

Die nach Ländern aufgeschlüsselten Intelligienzquotienten stammen aus den oft diskutierten Studien von Richard Lynn und Tatu Vanhanen (2002), Heiner Rindermann (2007), Khaleefa und Lynn (2008), Ahmad, Khanum und Riaz (2008), Lynn, Abdalla und Al-Shahomee (2008), Lynn und Meisenberg (2010) sowie den PISA-Tests aus den Jahren 2003, 2006 und 2009. Neuere Ergebnisse wurden hierbei stärker gewichtet. Die Studien sind nicht ganz unumstritten, da sie in einzelnen Ländern nur spezifische Bevölkerungsgruppen oder nur wenige und damit nicht repräsentative Referenzgruppen berücksichtigen. Bildet man jedoch aus allen Tests und Studien einen Durchschnitt, erhält man einen sicherlich verwertbaren Überblick.

Den Angaben des Durchschnittseinkommens, der Bevölkerungszahlen und der Bildungsausgaben liegen Angaben der World Bank zugrunde, die über den Zeitraum von 1990 bis 2010 gemittelt wurden. Dies entspricht dem Zeitraum, in dem die Studien durchgeführt wurden. Temperaturen wurden aus Angaben des Deutschen Wetterdienstes des selben Zeitraumes regional gemittelt.