Thermometer (MabelAmber via Pixabay.com, CC0)

Klimawandel und globale Erwärmung

Ein Klimawandel kann sowohl natürliche Gründe haben, als auch durch den Menschen verursacht sein. Temperaturschwankungen von wenigen Grad über mehrere Dekaden oder Jahrhunderte sind dabei in der Vergangenheit stets natürlichen Ursprungs gewesen. Verursacht werden Klimaschwankungen zumeist durch Veränderungen der Konzentration von Treibhausgasen und der Sonneneinstrahlung.

Die globale Erwärmung der letzten Jahrzehnte ist jedoch in erheblichem Maße durch den Menschen verursacht. Im Normalfall dauert ein weltweiter Temperaturanstieg um 2 Grad mehrere tausend Jahre. Diesen Anstieg hat der Mensch allein im vergangenen Jahrhundert verursacht. Eine noch drastischere Erwärmung wurde in den letzten 10-20 Jahren deutlich.

Temperaturanstieg nach Kontinenten von 1960 bis 2016

Will man über einen langen Zeitraum steigende oder fallende Temperaturen beobachten, so benötigt man hierzu Wetterstationen, die über den gesamten Zeitraum nicht nur existierten, sondern auch durchgehend Daten geliefert haben. Betrachtet man den Zeitraum von 1960 bis heute, so bleiben hier von weit über 4000 Wetterstationen des Deutschen Wetterdienstes lediglich 75 übrig.

Die allerdings liefern aus weiten Teilen der Erde aufschlussreiche Daten und zeigen einen allgemeinen Anstieg der Lufttemperaturen. Vor allem in den letzten 10 bis 20 Jahren stieg die Temperatur stärker als in den Jahrzehnten zuvor. Alle 75 Messstationen lieferten während des gesamten Messzeitraums kontinuierlich Daten. Veränderungen dieser Durchschnittswerte sind also nicht dadurch bedingt, dass einzelne Stationen für längere Zeit ausfielen oder neue in besonders warmen oder kalten Regionen hinzukamen. Angegeben ist jeweils der 10-Jahres-Durchschnitt.

In den nicht dargestellten Kontinenten Afrika und Australien gab es für den Betrachtungszeitraum keine Wetterstationen, die durchgehend entsprechende Werte lieferten.

Europa
Asien
Antarktis
Nord Amerika
Süd Amerika


In den Graphen sind jeweils die durchschnittlichen Tageshöchsttemperaturen sowie die gemittelten nächtlichen Tiefsttemperaturen abgebildet. Recht gut lässt sich hierbei schon erkennen, dass es in Europa, Nord Amerika und Asien teils erhebliche Anstiege der Temperaturen gibt. In der Antarktis hingegen ist die Temperaturentwicklung nahezu gleichbleibend und in den vergangenen Jahren sogar rückläufig.

Durchschnittliche Tageshöchsttemperaturen

Region196019701980199020002010
Europa7,5 °C7,8 °C7,7 °C8,4 °C8,9 °C9,2 °C
Asien18,1 °C18,0 °C17,9 °C18,6 °C18,7 °C19,0 °C
Antarktis-7,5 °C-7,8 °C-7,5 °C-7,7 °C-7,4 °C-7,9 °C
Nord Amerika-3,2 °C-3,5 °C-3,6 °C-3,0 °C-2,0 °C-1,6 °C
Süd Amerika29,9 °C29,9 °C30,3 °C30,4 °C30,7 °C31,0 °C


Durchschnittliche nächtliche Tiefsttemperaturen

Region196019701980199020002010
Europa0,6 °C1,0 °C0,9 °C1,8 °C2,1 °C2,8 °C
Asien10,2 °C10,2 °C10,3 °C11,1 °C11,3 °C11,5 °C
Antarktis-14,1 °C-14,4 °C-13,3 °C-14,0 °C-13,6 °C-14,3 °C
Nord Amerika-10,4 °C-10,2 °C-9,7 °C-9,2 °C-8,3 °C-7,9 °C
Süd Amerika22,2 °C22,3 °C22,9 °C22,9 °C23,0 °C23,2 °C


Auffällige Wetterextreme

Sowohl in den Nächten, als auch an den Tagen steigen die Temperaturen über die vergangenen Dekaden spürbar. Aber nicht nur die Durchschnittswerte verändern sich, sondern ebenso die Extremwerte. Aufgrund der Medienberichte würde man vielleicht vermuten, dass die Wetterextreme in beide Richtungen größer ausfallen. Also, dass warme Monate wärmer werden und kalte Monate noch kälter. Dies scheint jedoch nicht der Fall zu sein. Hatte der wärmste Monat zwischen 1960 und 1970 in Süd Amerika noch eine Durchschnittstemperatur von 31,5°C, so ist dieser Höchstwert auf rund 33°C in den letzten Jahren angestiegen. In den anderen Kontinenten sind die Auswirkungen sogar etwas geringer. Da es sich bei diesem Wert nicht um einen 10-Jahres-Durchschnitt handelt, sondern um den einen wärmsten Monat innerhalb von 10 Jahren, scheint die globale Erwärmung keine allzu dratischen Auswirkungen auf Temperaturextreme zu haben.


Wärmste Monate

Region196019701980199020002010
Europa18,6 °C19,5 °C19,2 °C20,0 °C20,3 °C19,5 °C
Asien29,5 °C29,3 °C29,2 °C29,5 °C29,6 °C30,5 °C
Antarktis2,0 °C2,7 °C2,6 °C2,1 °C2,0 °C2,1 °C
Nord Amerika8,4 °C8,0 °C7,7 °C8,8 °C9,6 °C9,1 °C
Süd Amerika31,5 °C31,7 °C31,9 °C32,1 °C32,7 °C33,0 °C


Kälteste Monate

Ausgeprägter verhält es sich bei den tiefsten Nachttemperaturen: Im kältesten Monat zwischen 1960 und 1970 lag die durchschnittliche Tagestiefsttemperatur bei -4,4°C. In den letzten 20 Jahren sind es nicht einmal mehr -2°C. Winter werden also hierzulande weniger streng. Den heftigsten Anstieg verzeichnet Nord Amerika. Sank die nächtliche Durchschnittstemperatur in Wintermonaten noch bis unter -14°C im Monatsmittel, so erreichte in den letzten 10 Jahren kein einzige Monat mehr einen Wert von unter -11°C.

Region196019701980199020002010
Europa-4,4 °C-3,3 °C-4,4 °C-1,9 °C-1,9 °C-1,8 °C
Asien6,7 °C7,0 °C6,6 °C7,8 °C7,8 °C7,5 °C
Antarktis-14,6 °C-17,2 °C-16,8 °C-17,2 °C-16,6 °C-17,5 °C
Nord Amerika-14,1 °C-14,7 °C-14,9 °C-14,1 °C-12,1 °C-10,9 °C
Süd Amerika28,5 °C28,5 °C28,8 °C28,8 °C29,1 °C29,2 °C




Datenbasis: Deutscher Wetterdienst, Werte bearbeitet, ergänzt und nach Kontinenten gemittelt.