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Linksverkehr

In diesen Ländern fährt man auf der linken Seite

Rechtsverkehr, also das Fahren auf der rechten Straßenseite nimmt immer mehr zu. Überholt wird dabei immer links und der Gegenverkehr kommt einem ebenfalls auf der linken Seite entgegen. Auch das Lenkrad ist auf der linken Seite. In allen Ländern mit Linksverkehr sind diese Verhältnisse genau entgegen gesetzt.


Von 241 Ländern rund um den Globus gibt es noch 68 Länder, in denen man auf der linken Seite unterwegs ist. Die meisten sind oder waren einmal von der britischen Krone abhängig.
Länder mit Links- und Rechtsverkehr

Linksverkehr ist ein historischer Standard

Nicht erst im Mittelalter, sondern schon in der Antike war die linke Straßenseite die "richtige". Man führte sein Pferd und damit auch den gezogenen Karren auf der linken Seite. Dies hatte damals ganz praktische Gründe: Die meisten Menschen sind Rechtshänder und somit konnte man einem Feind mit der freien rechten Hand das Schwert entgegen halten. Auch auf See gab es einen ähnlichen Grund: Das Ruder wurde mit der stärkeren rechten Hand bedient und somit saß der Steuermann mit dem Rücken zur linken Seite. Entgegenkommende Schiffe waren also rechts viel besser sichtbar.

Der große Umschwung zum Rechtsverkehr ging zur Zeit der Französischen Revolution (Ende des 18. Jahrhunderts) von Frankreich aus und wurde insbesondere von Napoleon Bonaparte voran getrieben. Auf seinen Feldzügen führte er den Rechtsverkehr in vielen eroberten Ländern ein.

Somit sind es also nicht die Briten, die der Welt den Linksverkehr auferlegen wollen, sondern die Franzosen, die den Rechtsverkehr über ihre zahlreichen Kolonien ausdehnten.

Unterschiede im Auto

Nicht nur das Lenkrad wechselt beim Linksverkehr die Seite. Probleme gibt es vor allem mit der nun auf der linken Seite befindlichen Gangschaltung. Wer jahrelang den Schaltknüppel mit der rechten Hand bedient hat, muss sich nun verinnerlichen, die Gänge mit der linken Hand einzulegen und verirrt sich dabei oftmals in den Schaltpositionen. Auch die Hebel für Scheibenwischer und Blinker sind vertauscht. Nicht vertauscht sind hingegen die einzelnen Pedale. Das Gaspedal ist immer rechts, und auch Bremse und Kupplung haben immer die selbe Anordnung.

Konfus wird es wieder bei der Straßenregel "Rechts vor Links": In Ländern mit Linksverkehr dreht sich diese Regel erwartungsgemäß oft um. Es heißt also "Links vor Rechts" - doch das gilt nicht in allen Ländern.


Linksverkehr als Sicherheitsaspekt

Sicherheitsforscher befürworten gerade wegen der lenkenden Hand oftmals den Linksverkehr. Wird mit der rechten Hand geschaltet, so ist in diesem Moment die zumeist schwächere linke Hand allein am Steuer. Daraus folgt, dass der Rechtsverkehr ein wenig unsicherer sei. Nimmt man die Statistiken der letzten 10 Jahre zu Todesfällen im Straßenverkehr genauer unter die Lupe, so wird diese Ansicht bestätigt - wenn auch nur mit geringen Unterschieden. Über alle Länder mit Linksverkehr hinweg lag die jährliche Todesfallrate bei 16,30 Toten pro 100.000 Einwohnern. In den Ländern mit Rechtsverkehr lag sie bei 17,69 Todesfällen.

Eine Umstellung ist kostspielig

Linksverkehr Wechselt ein Land von der einen Fahrtrichtung auf die andere, so gehen damit nicht nur Umstellungen der Denkweise einher. Auch enorme Kosten entstehen hierbei. Ampeln werden nicht nur einfach umgedreht, sondern müssen auch anders geschaltet werden. Auf großen Kreuzungen müssen sämtliche Fahrspuren neu konzipiert um markiert werden. Sogar Parkplätze, die schräg zur Fahrtrichtung verlaufen, müssen nun in die andere Richtung verlaufen. Straßenbahnen können nicht einfach nur in entgegengesetzter Richtung gefahren werden, sondern müssen in weiten Bereichen ein neues Netz erhalten. In Schweden hat dies zur Stilllegung zahlreicher Linien geführt, als das Land 1967 in den Rechtsverkehr wechselte.

Nicht zuletzt müssen sich auch die Autohersteller an die neuen Gegebenheiten des Landes anpassen. Busunternehmen, die ihre Fahrgäste bisher auf der einen Seite ein- und aussteigen ließen, müssen dies nun auf der anderen Seite ermöglichen - dort gibt es aber gar keine Türen. Um die Fahrzeuge sukzessive der künftigen Fahrtrichtung anzupassen, werden zudem oftmals Einfuhrbeschränkungen erlassen.

Samoa hat "aus wirtschaftlichen Gründen" und trotz massiver Proteste im Jahr 2009 den Linksverkehr eingeführt. Der kleine Inselstaat im Südpazifik hatte knapp 180.000 Einwohnern und für die damals 18.000 Autos gab es nicht einmal Autobahnen. Die Umstellung hat rund 200 Millionen Euro gekostet - mehr als 2 Drittel des Bruttoinlandsproduktes.
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