vgwort

Liste aktueller Schwellenländer

Eine allgemein verbindliche Definition des Begriffes "Schwellenland" gibt es nicht. Gemeint sind jene Staaten, die aufgrund ihrer Wirtschaftsleistung sowohl den Entwicklungsländern, als auch den Industrieländern zugeordnet werden können. Am ehesten lässt sich der Begriff des Schwellenlandes mit dem englischen "newly industrialized country" umschreiben.

Aktuell gehören 10 Länder dieser Zuordnung an, von denen die meisten im südlichen und östlichen Asien liegen. Die größten Volkswirtschaften sind zur Zeit China, Indien und Brasilien. Insgesamt leben in diesen 10 Staaten 3,73 Milliarden Einwohner, was etwa 48,51 Prozent der Weltbevölkerung entspricht.
LandEinwohnerPro-Kopf-EinkommenHuman Development IndexHuman Asset Index
Brasilien211,0 Mio8.155 EUR0,76196,1
China1.397,7 Mio9.299 EUR0,75895,2
Indien1.366,4 Mio1.903 EUR0,64774,2
Indonesien270,6 Mio3.618 EUR0,70790,4
Malaysia31,9 Mio10.004 EUR0,80491,0
Mexiko127,6 Mio8.423 EUR0,76794,6
Philippinen108,1 Mio3.439 EUR0,71289,9
Südafrika58,6 Mio5.395 EUR0,70592,6
Thailand69,6 Mio6.485 EUR0,76595,9
Türkei83,4 Mio8.584 EUR0,80798,1


Abgrenzung eines Schwellenlandes

Allen Ländern gemein ist ein überdurchschnittliches Wirtschaftswachstum. Dass dieses Wachstum überwiegend im industriellen Sektor stattfinden muss, gilt mittlerweile als veraltet. Staaten wie z.B. Indien haben ihr starkes Wachstum vor allem im Dienstleistungssektor erreicht.

Da es eine verbindliche Definition von Schwellenländern nicht gibt, werden gelegentlich auch andere, als die hier gelisteten Staaten genannt. Oftmals sind dies Argentinien, Ägypten, Sri Lanka und Russland. Auch die Übersetzung des deutschen Begriffes "Schwellenland" ist problematisch. Die Weltbank für eine vergleichbare Liste mit 55 Ländern unter dem Namen "upper-middle-income economies". Der Internationale Währungsfonds nennt seine eigene Aufstellung "emerging and developing economies" und benennt gleich 150 Länder.

Soziale und ökonomische Probleme auf dem Weg zur Industrienation

Die Entwicklung eines wenig entwickelten Landes zum Industriestaat ist verbunden mit weitreichenden Problemen. Mit dem starken Wachstum sind oftmals hohe Inflationsraten und einschneidende Finanzkrisen verbunden. Die Schere zwischen armer und reicher Bevölkerung steigt in dieser Zeit rapide an. Durch staatliche Eingriffe in Bereiche der sozialen Absicherung, Bildung, Subventionierung ausgewählter Wirtschaftszweige und Korruptionsbekämpfung steigen die Staatsschulden überproportional an. Auch die Arbeitslosenquoten sind hiervon in hohem Maße betroffen, so dass auch private Überschuldungen der Regelfall sind. Der Weg zur Industrienation ist für Staat, Unternehmen und Bevölkerung mit vielen Einschnitten und Reformen verbunden und dauert meist Jahrzehnte.