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Schwellenländer

Liste aktueller Schwellenländer

Eine allgemein verbindliche Definition des Begriffes "Schwellenland" gibt es nicht. Gemeint sind jene Staaten, die aufgrund ihrer Wirtschaftsleistung sowohl den Entwicklungsländern, als auch den Industrieländern zugeordnet werden können. Am ehesten lässt sich der Begriff des Schwellenlandes mit dem englischen "newly industrialized country" umschreiben.

Aktuell gehören 10 Länder dieser Zuordnung an, von denen die meisten im südlichen und östlichen Asien liegen. Die größten Volkswirtschaften darunter sind zur Zeit China, Indien und Brasilien. Insgesamt leben in diesen 10 Staaten 3,79 Milliarden Einwohner, was etwa 48,28 Prozent der Weltbevölkerung entspricht.
Weltkarte Schwellenländer
LandEinwohnerPro-Kopf-EinkommenHuman Development IndexHuman Asset Index
Brasilien214,0 Mio6.527 EUR0,76595,9
China1.412,4 Mio10.053 EUR0,76195,7
Indien1.393,4 Mio1.835 EUR0,64574,3
Indonesien276,4 Mio3.500 EUR0,71883,3
Malaysia32,8 Mio9.242 EUR0,81089,5
Mexiko130,3 Mio7.931 EUR0,77994,9
Philippinen111,0 Mio3.078 EUR0,71884,3
Südafrika60,0 Mio5.445 EUR0,70986,2
Thailand70,0 Mio6.138 EUR0,77794,0
Türkei85,0 Mio8.311 EUR0,82097,1


Abgrenzung eines Schwellenlandes

Allen Ländern gemein ist ein überdurchschnittliches Wirtschaftswachstum. Dass dieses Wachstum überwiegend im industriellen Sektor stattfinden muss, gilt mittlerweile als veraltet. Staaten wie z.B. Indien haben ihr starkes Wachstum vor allem im Dienstleistungssektor erreicht.

Da es eine verbindliche Definition von Schwellenländern nicht gibt, werden gelegentlich auch andere, als die hier gelisteten Staaten genannt. Oftmals sind dies Argentinien, Ägypten, Sri Lanka und Russland. Auch die Übersetzung des deutschen Begriffes "Schwellenland" ist bereits problematisch. Die Weltbank führt eine vergleichbare Liste mit 55 Ländern unter dem Namen "upper-middle-income economies". Der Internationale Währungsfonds nennt seine eigene Aufstellung "emerging and developing economies" und benennt gleich 150 Länder.

Soziale und ökonomische Probleme auf dem Weg zur Industrienation

Die Entwicklung eines wenig entwickelten Landes zum Industriestaat ist verbunden mit weitreichenden Problemen. Mit dem starken Wachstum sind oftmals hohe Inflationsraten und einschneidende Finanzkrisen verbunden. Die Schere zwischen armer und reicher Bevölkerung steigt in dieser Zeit rapide an. Durch staatliche Eingriffe in Bereiche der sozialen Absicherung, Bildung, Subventionierung ausgewählter Wirtschaftszweige und Korruptionsbekämpfung steigen die Staatsschulden überproportional an. Auch die Arbeitslosenquoten sind hiervon in hohem Maße betroffen, so dass auch private Überschuldungen der Regelfall sind. Der Weg zur Industrienation ist für Staat, Unternehmen und Bevölkerung mit vielen Einschnitten und Reformen verbunden und dauert meist Jahrzehnte.

Kennzahlen im Vergleich

(Alle Angaben nach Bevölkerungsanteil gewichtet.)
 SchwellenländerWeltEuropäische Union
Gesamtbevölkerung3,8 Mrd7,8 Mrd446,9 Mio
Bruttonationalprodukt pro Einwohner5.881 €10.205 €31.737 €
Staatsverschuldung (% des BIP)55,1 %93,9 %89,3 %
Ausgaben im Bildungswesen (% des BIP)4,1 %3,7 %4,6 %
Arbeitslosenquote6,3 %6,2 %7,0 %
Alphabetisierungsrate88,2 %86,7 %99,1 %
Stromversorgung99,1 %90,5 %100,0 %
Geburtenrate13,8 ‰17,3 ‰9,0 ‰
Lebenserwartung73,6 Jahre72,7 Jahre80,5 Jahre


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