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Länder, in denen Portugiesisch gesprochen wird

vgwortPortugiesisch ist die offizielle Landessprache in Portugal, Brasilien, Angola, São Tomé und Príncipe, Mosambik, Kap Verde, Guinea-Bissau, Macau, Äquatorialguinea und Osttimor und wird in weiteren 8 Ländern als Muttersprache von einem Teil der Bevölkerung gesprochen.

Mit einem Anteil von rund 99% ist sie am weitesten in Portugal verbreitet. Insgesamt sprechen weltweit etwa 224,2 Mio Menschen Portugiesisch als Muttersprache.

Die wesentlichen Verbreitungsgebiete der portugiesischen Sprache sind das eigentliche Portugal und die ehemals portugiesischen Kolonien in Südamerika, Afrika sowie vereinzelten Ländern in Asien. Hinzu kommen zahlreiche Muttersprachler in den USA, Kanada, Frankreich und weiteren Ländern durch Migration.

Verbreitung Portugiesisch

LandRegionAmts­spracheVerbreitungabsolut
BrasilienSüd-Amerikaja93,2 %196.698.000
AngolaZentral-Afrikaja36,6 %11.648.000
PortugalSüd-Europaja99,0 %10.183.000
MosambikOst-Afrikaja10,7 %3.249.000
FrankreichWest-Europanein1,2 %805.000
Vereinigte Staaten von AmerikaNord-Amerikanein0,2 %656.000
KanadaNord-Amerikanein0,7 %263.000
Guinea-BissauWest-Afrikaja8,1 %156.000
ParaguaySüd-Amerikanein2,2 %155.000
SchweizWest-Europanein1,2 %103.000
LuxemburgWest-Europanein13,0 %81.000
São Tomé und PríncipeZentral-Afrikaja34,6 %74.000
Kap VerdeWest-Afrikaja10,0 %55.000
ÄquatorialguineaZentral-Afrikaja1,2 %16.000
MacauFernost-Asienja2,0 %13.000
AndorraSüd-Europanein10,8 %8.000
JerseyNord-Europanein4,6 %5.000
OsttimorSüdost-Asienja0,2 %3.000

Portugiesisches Kolonialreich als Ausgangsbasis

Im 15. und 16 Jahrhundert galt Portugal als führende Seefahrernation und entsandte zahlreiche Entdecker und Eroberer auf dem Seeweg in ferne Kontinente. Das portugiesische Weltreich begann 1415 mit der heute spanischen Exklave Ceuta an der nordafrikanischen Küste. Vasco da Gama entdeckte 1498 den Seeweg nach Indien und konnte von dort aus die aus europäischer Sicht entlegenden Gebiete Asiens ergründen. Innerhalb von 2 Jahrhunderten kämpfte man im Grunde an allen Fronten gleichzeitig und legte sich sogar mit der kaiserlichen Armee Chinas an. Noch heute sprechen viele Einwohner in Macau und Osttimor Portugiesisch.

Im 16. Jahrhundert entstanden dutzende Kolonien in Afrika. Da Portugal allerdings selbst zu wenig Einwohner hatte, konnte man keine großen Armeen in das Landesinnere schicken. So konzentrierte man sich auf die Randgebiete und es entstand fast um die gesamte West-, Süd- und Ostküste Afrikas ein oftmals nur 100 km breiter portugiesischer Gürtel. Bis zum Ende des selben Jahrhundert verlor man diesen allerdings fast vollständig wieder. Die Einflüsse Portugals sind jedoch vielerorts geblieben. Die portugiesische Kultur und Sprache sind heute im Wesentlichen in Angola, Mosambik und Guinea-Bissau vorzufinden.

Südamerika: der Kampf gegen Spanien

Christoph Kolumbus war selbst Italiener, fand aber im Auftrag der spanischen Krone das, was er Indien nannte. Portugal rechnete nach und verortete die neue Welt südlich der Kanarischen Inseln. Aufgrund eines 14 Jahre früher mit Spanien geschlossenen Vertrages hätte die komplette Karibik und Südamerika an Portugal übertragen werden müssen. Letztendlich entschied der Papst: Portugal durfte einen kleinen Streifen im Osten des heutigen Brasiliens behalten. Der restliche Kontinent ging an die Spanier. Mit der Zeit dehnte sich Brasilien in große Gebiete aus, durfte aber trotz einiger Reibereien portugiesisch bleiben. So kam es, dass bis auf Brasilien alle Südamerikanischen Länder einen viel größeren Spanischen Einfluss erhielten. Nur im benachbarten Paraguay spricht heute ein nennenswerter Teil der Bevölkerung Portugiesisch, was aber nicht mehr auf die Kolonialzeit, sondern Migration der Neuzeit zurückzuführen ist.

Durch den großen Einfluss der Sprache wird Portugiesisch allerdings auch in fast allen Nachbarländern als Zweitsprache unterrichtet.