Terrorism, photo by Albert/pixel.la (CC0)

Entwicklung des weltweiten Terrorismus

Der Terrorismus hat in den letzten Jahren zumindest gefühlt zugenommen. Die nachfolgende Auswertung basiert auf den Daten der "Global Terrorism Database" die vom "National Consortium for the Study of Terrorism and Responses to Terrorism" (START) zusammengetragen wurden. Sie ist eine Einrichtung der US-amerikanischen Homeland Security an der Universität von Maryland.


Aufkommen nach Ländern

Terrorgruppen

Definition: "Terrorismus"

Schon die schiere Anzahl der als Terrorakt eingestuften Vorgänge mag ein wenig überraschen. Dies liegt allerdings hauptsächlich an dem Problem, dass gar keine allgemein verbindliche Definition von Terrorismus existiert. Es gibt durchaus verschiedene Auslegungen. Für den einen ist der Begriff eng verbunden mit nicht-staatlicher Gewalt gegen Zivilpersonen. Gelegentlich beschränkt man sich auch auf rein religiöse Hintergründe. Und wenn all dies nicht zutrifft, so gibt es immer noch ein Kriegsrecht, nach den Genfer Konventionen zahlreiche Gewalthandlungen in Krisengebieten legitimiert.

In den hier vorliegenden Auswertungen wird alles als ein terroristischer Akt angesehen, was
Beispiele:
Brandstiftung in einer Unterkunft für Asylbewerber ist nach diesen Kriterien ebenso ein Terrorakt, wie Angriffe auf eine ausländische Botschaft. Unabhängig davon, ob diese Übergriffe im In- oder Ausland stattfinden. Auf der anderen Seite ist es kein Terrorakt, wenn Soldaten in einem Kriegsgebiet eine Mine überfahren und dabei getötet werden.

Entwicklung des Terroraufkommens

Die reinen Fallzahlen der Terrorismus Datenbank lassen auf den ersten Blick einen massiven Anstieg des weltweiten Terrors vermuten. Allein im Jahr 2015 gab es weltweit rund 3x so viele Vorkommnisse, wie in den Jahren vor 2012. Die Anzahl der registrierten Todesfälle stieg in den letzten 10 Jahren sogar um das rund 6-fache an. Dies hängt aber nicht mit einer gestiegenen Terrorbereitschaft zusammen, sondern überwiegend mit der heutzutage weitaus effizienteren Informationsbeschaffung. Kleinere Terrorakte wurden vor 20 Jahren also gar nicht so bekannt (bzw. recherchierbar) wie heutzutage. Eine quantitative Entwicklung lässt sich aus dieser Datenbank also nicht ablesen. Um diesen unterschiedlichen Fallzahlen gerecht zu werden, kann man also bestenfalls die Schwere der Terrorakte vergleichen.

Anzahl schwerer Anschläge mit mindestens 50 Toten



Geht man davon aus, dass die wirklich schweren Anschläge mit mindestens 50 Toten auch in früheren Jahren so publik wurden, dass sie in der Terrordatenbank aufgenommen wurden, so lässt sich hieraus dennoch eine Entwicklung ablesen. Die reine Anzahl dieser schweren Terrorakte ist in den Jahren 1997 und 2007 geringfügig höher und in den letzten Jahren 2014 und 2015 erheblich höher als sonst. Einen großen Anteil an diesen Anschlägen haben die Terrororganisationen Boko Haram und der Islamische Staat.